Neuss (NGZ). Hildegard Weiss gehört zu einer Familie, in der hohes Alter nicht eben selten ist. Ihre Mutter starb mit 99,5 Jahren, sie selbst feiert morgen gar die Vollendung von 100 Lebensjahren. Dazu hat sie ins Fliedner-Haus der Diakonie in Gnadental Gäste eingeladen. Geboren in Tecklenburg, wuchs sie mit zwei Geschwistern dort auf. Anfang 1940 verließ sie die Heimat und wurde als Stenotypistin, später als Einkäuferin in einer Firma in Teltow bei Berlin beschäftigt.
Als die DDR-Machthaber das Unternehmen verstaatlichten, zog sie Anfang 1957 nach Neuss, um fortan für das Büro Loesche zu arbeiten, dem Besitzer ihrer alten Firma. Unverheiratet und kinderlos geblieben, arbeitete Hildegard Weiss dort bis zur Rente – und danach als Vertretung. Mit ihrer Mutter lebte sie zunächst an der Marienstraße, ab 1969 aber in einer Wohnung im Haus Boschstraße 1. Dort versorgte sie sich noch bis zum vergangenen Jahr selbst, bevor sie – nach einigen Stürzen – das nicht mehr konnte und ins Fliedner-Haus zog, wo sie auch von ihrer Nichte betreut wird.
Autorennen galt zeitlebens das große Interesse der Frau, die gerne selbst am Steuer saß und den Führerschein erst mit 94 abgab. Außerdem hielt sie Graupapageien, die selbst groß zog, und machte über Jahrzehnte Wetteraufzeichnungen.
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