Neuss (NGZ). Neuss Es war fast schon in eigenes Schützenfest, als die St.-Hubertus-Schützen-Gesellschaft am Sonntag ihren Patronatstag feierte. Neben rund siebenhundert aktiven und passiven Mitgliedern waren auch zahlreiche Ehrengäste der Einladung gefolgt.
Den Auftakt machte am Morgen das feierliche Festhochamt in St. Marien. Weihbischof Dr. Heiner Koch, der als Bundespräses den Schützen ganz besonders verbunden ist, erinnerte in dem beeindruckend gestalteten Gottesdienst an den Heiligen Hubertus, der im 7. Jahrhundert Bischof von Maastricht und Lüttich war.
Ehrenmal eingesegnet
Im Anschluss übernahm Koch eine ganz besondere Aufgabe: Seit Sonntag erinnert gleich hinter der Kirche ein Ehrenmal an die verstorbenen Mitglieder der St. Hubertus-Schützen-Gesellschaft. Die Stele, die ein Geschenk des am Sonntag verabschiedeten Hubertuskönigs Andreas Wegel und seiner Königin Nicole ist, wurde nach dem Festhochamt von Weihbischof Koch gesegnet.
„Damit wir niemals diejenigen vergessen, die vor uns hier marschiert sind“, mahnte er. Königin Nicole Berentzen ist gelernte Steinmetzin und hat die Stele eigens für die Hubertusschützen entworfen und gestaltet. „Wir denken viel zu wenig an die Verstorbenen, das soll sich ändern“, sagt sie über die Hintergründe des besonderen Geschenks.
Mit dem Bus ging es schließlich zum Swissôtel, wo sich der festliche Reigen im großen Jupitersaal fortsetzte. Für Andreas Wegel brachen damit die letzten Stunden seiner Amtszeit an, denn das Patronatsfest bedeutet nicht nur das Gedenken an den Heiligen Hubertus, sondern auch den Abschluss eines Schützenjahres.
„Er hat uns stets würdig vertreten“, lobte Major Friedhelm Becker den scheidenden König, der auch bei seinem Abschied kein Mann der vielen Worte war. Kurz und herzlich dankte Wegel seinem Korps und erntete für seine Verdienste tosenden Beifall. Weihbischof Koch hielt eine sehr feierliche, aber auch zum Nachdenken anregende Ansprache. Mit Blick auf das neue Ehrenmal forderte er die Schützen auf, bewusst und Zukunftsorientiert zu leben: „Eine Stele ist nicht nur eine Wegmarkierung, sondern gleichzeitig auch ein Erinnerungsstück.“
Den Hauptteil des Festaktes machten die verschiedenen Auszeichnungen und Ehrungen aus. Acht Verdienstkreuze in Silber, drei Hohe Bruderschaftsorden, elf Silberne Ehrennadeln und zehn Goldene Ehrennadeln wurden von der Schützen-Gesellschaft vergeben. Vorstandsmitglied Armin Grolms erhielt zudem das St.-Sebastianus-Ehrenkreuz.
Mit ruhiger Hand zur Königswürde
Nicht nur Andreas Wegel, sondern auch alle anderen Hubertusschützen fieberten am Sonntag der Proklamation des neuen Königs entgegen. Die Bewerberliste war recht übersichtlich: Mit Markus Lehmann (Germanen) und Dr. Uwe Kirschbaum (Doppeladler) kämpften lediglich zwei Kandidaten um das königliche Amt. Die ruhigere Hand entschied jedoch und so konnte Major Friedhelm Becker den wartenden Schützen am Nachmittag schließlich Dr. Uwe Kirschbaum als neuen Hubertuskönig vorstellen.
Kirschbaum ist 44 Jahre alt und hat mit seiner Frau Conny zwei Kinder. In seinem Zug, der 2008 sein 25-jähriges Bestehen feiert, marschiert der EDV-Spezialist bei RWE in Essen als Feldwebel mit. Die Krönung wird am 17. November im Zeughaus gefeiert.
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