Neuss (NGZ). Das größte Altenheim der Stadt erhält einen Neubau mit Platz für 28 Demenzerkrankte. Das entsteht am Ort des ehemaligen Schwesternwohnheimes. In einem zweiten Abschnitt wird der Altbestand modernisiert.
Der Wald der Baukräne an Lupinen- und Aurinstraße wird noch dichter. Neben dem neuen Kindergarten an der St.-Hubertus-Kiche, der sich schon als Rohbau erhebt, errichtet das Seniorenheim St. Hubertusstift einen neuen Wohntrakt für 28 an Demenz erkrankte Menschen. Dieses Vorhaben ist Teil eines Neubau- und Modernisierungs-Paketes, in das die Trägergesellschaft bis Ende 2012 rund fünf Millionen Euro investiert. Nachher, so greift Geschäftsführer Armin Lehnen voraus, ist das Hubertusstift mit 160 Plätzen nach wie vor das größte Altenheim der Stadt – aber auch eines der modernsten. Denn Einzelzimmer sind dann der durchgängige Standard.
Angestoßen wurde das Projekt auch durch die Vorgaben des Landespflegegesetzes, die bis 2018 erreicht sein müssen. Weil die zum Beispiel unter dem Stichwort Wohnlichkeit schon für acht bis zehn Bewohner eigene Gemeinschaftsräume vorschreiben, wie der Architekt Markus Schmale erklärt, muss auch der erst 1996 fertig gestellte jüngste Teil des Hauses noch einmal zur Baustelle werden. Das Ziel, einen speziell für Demenzerkrankte konzipiertes Haus mit zwei Wohngruppen zu realisieren, erwuchs ferner aus der Erfahrung aus der laufenden Arbeit. Lehnen: "Von unseren 160 Bewohnern sind 85 in irgendeiner Form dement."
Fakten zum Vorhaben
Bauherr Hubertusstift gGmbH, Tochter der Kirchengemeinde St.Elisabeth/St. Hubertus.
Investitionssumme 2,8 Millionen für den Neubau, 2 Millionen für Modernisierung und Umbau.
Zeitrahmen Fertigstellung des Umbaus im Herbst 2011; Umbau des Altbestandes ab 2012.
Architekt Markus Schmale aus Grevenbroich, der schon das Altenheim St. Josef Grimlinghausen modernisiert und erweitert hat.
Ausbauziel Behindertengerechte Räume in Wohn- und nicht Krankenhausqualität, in denen sich auch die Besucher wohl fühlen.
Diese große Gruppe soll ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen können. Dazu gehört einmal, in einen strukturierten Tagesablauf aktiv eingebunden zu sein. Dazu gehört aber auch größtmögliche Bewegungsfreiheit. Deshalb ist ein Sinnesgarten Teil des Konzeptes, der von den Bewohnern jederzeit frei erreicht werden kann.
Spatenstich für den Neubau, der in zwei Wohngruppen 28 Plätze bieten wird, ist am 8. Oktober. Bis dahin muss das 1960 errichtete ehemalige Schwesternwohnheim abgerissen sein, das zu den ältesten Gebäudeteilen gehört und zuletzt von elf Senioren in eigenen Appartements bewohnt wurde. An seiner Stelle wird der Neubau errichtet. Äußerlich wird er als neuer Bauabschnitt sichtbar sein, auch wenn er sich mit seiner Klinkerfassade in das Gesamterscheinungsbild einpassen wird.
Wenn der Neubau bezogen ist, soll bei laufendem Betrieb der Altbestand saniert werden. In diesem Zug werden die letzten Doppelzimmer aufgelöst, so dass es unter dem Strich trotz der 17 zusätzlichen Plätze im Neubau bei 160 Bewohnern bleibt. Mit der Modernisierung wird aber auch die Haustechnik erneuert. Größter Brocken ist ein eigenes Blockheizkraftwerk für die Wärme- und Stromerzeugung.
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