Neuss (NGZ). Lothar Bäsken liebt den Karneval schon lange - seine Liebe zu Hunden jedoch besteht noch weit länger. Bäsken ist Hundeausbilder. Und macht doch jede Ehrung bei Hundesportveranstaltungen zu einer kleinen Büttenrede.
Auf der karnevalistischen Bühne hat sich Lothar Bäsken zuletzt rar gemacht. Und irgendwie auch wieder nicht. Mit Witz, Schlagfertigkeit und einem flotten Mundwerk begabt, findet der 59-Jährige andere Anlässe und „Bühnen“ für sein Talent.
Etwa, wenn er als Wertungsrichter die Siegerehrung nach einer Hundeprüfung zur Büttenrede geraten lässt. Oder wenn er - wie am Samstag in Oberhausen - als Stadionsprecher bei einer internationalen Hundesportveranstaltung 10000 Zuschauer unterhält. Und das ohne das Hoppeditzkostüm, das den Prinz Karneval der Session 1997/98 einer größeren Öffentlichkeit bekannt machte.
Seine Liebe zum Karneval ist alt, die Liebe zum Hund und zum Hundesport ist älter. Entscheidender Unterschied: Karneval macht Bäsken „aus dem Bauch heraus“, Hundesport mit dem Herzen. Und das seit seinem dritten Lebensjahr und seit Jahrzehnten mit einem guten Ruf als Hundeausbilder mit eigener Hundeschule - auch weit über die Region hinaus.
Alter (noch) 59
Wohnort Kanonichenhof
Beruf Gelernt hat Lothar Bäsken Maler, wurde dann Hundeführer als Werkschutzfachkraft bei Henkel. Zuletzt war er als Bauleiter tätig.
Erster Hund Asta (mit 18)
Letzter Hund (sicher nicht) Argos
Geht nicht Hundesausstellungen, alternative Hundeschulen.
Geht gut Dazulernen - auch aus Fernsehsendungen wie „Die Tier-Nanny“.
Ehrenämter Unter anderem zweiter Vorsitzender Kreisverband des Deutschen Verbandes der Gebrauchshundsportvereine
Bei der Landesausscheidung vor einer Woche in Neuss war Bäsken einer von zwei Hundesportlern aus Neuss, die sich für diesen letzten Wettkampf vor der Bundessiegerprüfung, also der Deutschen Meisterschaft, qualifizieren konnten.
Mit Hund Argos kam er zwar als Gruppenbester durch die Teilprüfung „Fährtenarbeit“, am zweiten Wertungstag dagegen rutschte das Team ins Mittelfeld. Böse? „Quatsch“, sagt Bäsken. „Hunde sind Lebewesen und keine Maschinen. Ich bilde meine Hunde so aus, dass sie Spaß an der Arbeit haben.“ Und den habe Argos gezeigt.
Seit Bäsken im zarten Alter von zwölf Jahren zum ersten Mal einen Vierbeiner in einer Schutzhundprüfung führte, hat sich viel getan. Die Leine als „Zuchtmeister“ hat ausgedient, Motivation ist das Zauberwort in der Ausbildung. Und die erreicht man? „Mit einem Leckerchen“, sagt Bäsken. Und das wird gefördert.
Den geduckten Gehorsam des Hundes wollen wir als Leistungsrichter nicht mehr sehen“, sagt Bäsken. Er liebt es, wenn der Hund die Ohren spitzt, mit dem Schwanz wedelnd Motivation zeigt und den Hundeführer anhimmelt. „Ein Hund muss lernen, dass sein Herrchen das Interessanteste auf der Welt für ihn ist“, sagt Bäsken.
Dass das nicht ohne Unterordnung des Tieres geht, ist für Bäsken klar. Aber das hat nichts Negatives, sondern entspreche dem Rudelverhalten des Tieres. Man solle nicht menschliche Maßstäbe an das Tier anlegen, ist sein Credo. „Der Mensch muss lernen, wie ein Hund zu denken, denn der ist umgekehrt nicht dazu in der Lage.“
Zu viele Hundehalter leisten genau das nicht - und kommen zu ihm in die Hundeschule, damit Trainer Bäsken das gestörte „Herrchen-Hund-Verhältnis“ in Ordnung bringt.
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