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Neuss: In Gegenrichtung unterwegs

VON CHRISTOPH KLEINAU - zuletzt aktualisiert: 16.03.2010 - 21:30

Neuss (NGZ). Die Stadtverwaltung hat mit der Sternstraße eine weitere Einbahnstraße für Radfahrer in beide Richtungen freigegeben. 25 sind es nun. Der ADFC vermisst eine flächendeckende Lösung und fordert diese für die Furth.

Vanessa Königsberg und Tim Winter sind zwei der Fahrradkuriere, die die Forderung der umgedrehten Einbahnstraßen erarbeit haben.  Foto:  Berns
Vanessa Königsberg und Tim Winter sind zwei der Fahrradkuriere, die die Forderung der umgedrehten Einbahnstraßen erarbeit haben. Foto: Berns

Die Sternstraße ist Nummer 25. In so vielen Einbahnstraßen in Neuss dürfen nämlich Radfahrer inzwischen auch gegen die Fahrtrichtung in Einbahnstraßen unterwegs sein. "Ein kleines Jubiläum", freute sich gestern Norbert Jurczyk vom Amt für Verkehrslenkung bei Vorstellung dieser Regelung für den Abschnitt zwischen Hesemannstraße und Drususallee. Und eine Erfolgsgeschichte. Denn in den elf Jahren, seit in Neuss von dieser Regelung Gebrauch gemacht wird, gab es nach Darstellung der Stadt keinen Radfahrer-Unfall.

85 Einbahnstraßen gibt es in Neuss, 35 hält die Verwaltung für geeignet, um sie Radfahrern in beide Richtungen zu öffnen. Dem Allgemeien Deutschen Fahrrad Club (ADFC) aber geht die Stadt das Thema nicht entschieden genug an. Es gebe kein Programm für eine flächendeckende Lösung, bedauert ADFC-Sprecher Heribert Adamsky. Und genau das wird er für den ADFC in der nächsten Sitzung des Unterausschuss Radverkehr Anfang Mai für die Furth anregen. "Wir sehen da Chancen, weil die Furth ein übersichtliches und mehr oder weniger rasterförmiges Straßennetz hat", sagt er zur Begründung. Und weil sich der Autoverkehr auf einige wenige Achsen konzentriert.

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Das sagt das Gesetz

Die verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung wurde im September 2009 neu gefasst und erleichtert die Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer. Außerhalb von Tempo-30-Zonen bleibt sie zwar weiter unzulässig, doch die Forderung, dass für den ruhenden Verkehr Vorsorge getroffen wurde, entfällt.

Einige Einbahnstraßen hat die Verwaltung geprüft, eine Öffnung für Radler aber verworfen. Behring-, Liedmann-, Kamillianerstraße, zählt Jurczyk auf, ferner Peter-Wilhelm-Kallen- und Kanalstraße. Speziell im Fall Kanalstraße möchte der ADFC die Diskussion aber offen halten. Sinnvoll sei, so Adamski, auch den südöstlichen Teil der Sternstraße bis zur Kanalstraße sowie den Abschnitt von dort bis zur Kaiser-Friedrich-Straße für Radfahrer in Gegenrichtung zu öffnen. Der Preis dafür wären der Verlust von fünf Parkplätzen an der Drususallee und Investitionen in zwei Ampelanlagen. Die Vorteile überwögen ab. Zum Beispiel werde die vielbefahrenen Fietsallee im Abschnitt Kanalstraße bis Deutsche Straße entlastet.

Die Verwaltung selbst geht mit einigen anderen Ideen zum Thema Radwege in die nächsten politischen Beratungen. Die Radweglücke am Ebertplatz soll noch in diesem Frühjahr nach einer Grundsanierung der Fahrbahn geschlossen werden. Auch das "Dauerproblem Rheydter Straße" (Jurczyk) soll gelöst und an der Rheinfährstraße in Uedesheim gebaut werden. Langfristig möchte die Verwaltung auch den Radweg Kölner Straße sanieren, und auch parallel zur Bonner Straße bauen. Auf dem Rheindeich sei Potenzial dafür, sagt Jurczyk.

Der ADFC will diese Liste um die Bergheimer Straße verlängern. Kurzfristig solle die Gegenläufigkeit ab Eichendorffstraße bis zur Dreikönigenstraße verlängert und die Goethestraße in Gegenrichtung freigegeben werden.

Quelle: NGZ


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