Neuss (NGZ). Je mehr Informationen über die wirtschaftliche Situation des Jahres 2009 zusammengetragen werden, desto deutlicher scheint sich das Bild einer Neusser Wirtschaft abzuzeichnen, der die Krise zugesetzt hat. So ist zwar die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Neuss in 2009 gegenüber dem Vorjahr um 22 auf 108 zurückgegangen, aber die Zahl der betroffenen Beschäftigten ist um über 1200 auf 1452 angestiegen.
Ähnlich rasant erhöhte sich die Zahl der voraussichtlichen Forderungen auf 299,4 Millionen Euro. Vor allem der Kfz-Handel, das Verarbeitende und das Bekleidungs-Gewerbe haben gelitten. Es waren nur sehr wenige, aber große Unternehmen, die hierzu beigetragen haben. Die Zahl der versicherungspflichtig Beschäftigten ist in Neuss Mitte 2009 um 1661 Personen auf 59557 Beschäftigte gesunken, hat allerdings bis Ende September 2009 wieder deutlich zugelegt auf 61000 Beschäftigte.
Die Arbeitslosigkeit in Neuss hat sich im Laufe des Jahres 2009 nur moderat erhöht auf 6681 Arbeitslose Ende Dezember. Dies zeigt, dass die Unternehmen von der Möglichkeit der Kurzarbeit regen Gebrauch gemacht haben und hierdurch ihre qualifizierte Belegschaft für bessere Zeiten gehalten haben.
Demnach scheint die Neusser Wirtschaft noch relativ gut durch die weltweite Krise gesteuert zu sein. Die regionalen Konjunkturuntersuchungen der Handwerkskammer Düsseldorf und der Creditreform zeigen, dass die Perspektiven positiver gesehen werden und die Unternehmen wieder optimistischer in die Zukunft schauen. Dies wird bestätigt durch die Stimmungsbilder, die die Wirtschaftsförderung bei ihren Kontakten mit Neusser Unternehmen wahrnehmen kann.
Auch die Nachfrage nach Grundstücken für Erweiterungen oder Verlagerungen hat in den letzten Monaten wieder kräftig angezogen. Mittlerweile kann daher davon ausgegangen werden, dass der Tiefpunkt der Wirtschaftskrise auch in Neuss überschritten ist.
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