Neuss (NGZ). Neuss Jakob Beyen schließt jeden ein - und nichts aus. Der neue Präsident des Karnevalsausschusses machte am Montagabend bei seinem ersten öffentlichen Auftritt im neuen Amt klar, welches Zauberwort seine Präsidentschaftsjahre begleiten wird: Integration.
Und weil er nie in den Verdacht geraten will, eine der 18 angeschlossenen Karnevalsgesellschaften zu bevorzugen, wird der 57-jährige Bankdirektor bis zum August entscheiden, ob seine Tätigkeit als zweiter Vorsitzender der KG „Blaue Funken“ mit seinem Präsidentenamt im Dachverband des Karnevals noch vereinbar ist. Schließlich ist er in beiden Funktionen erster Ansprechpartner für mögliche Sponsoren.
Wie wichtig ihm diese sind, unterstreicht nicht nur die Tatsache, dass Beyen ausschließlich von Partnern sprach, mit denen man sich gemeinsam vorstellt. Deutlicher noch war, dass zur Vorstellung von Jörg und Elvira Fischer als neuem Prinzenpaar am Montagabend nicht das Vogthaus und auch nicht das Zeughaus gewählt wurden. Gastgeber war die Mercedes-Benz-Niederlassung an der Leuschstraße, wo das neue Präsidium gleich seine Visitenkarte abgab. Eine Geste, die als solche auch verstanden wurde.
Uwe Mathy, konfrontiert mit „vielen neuen Gesichtern“, machte für den Hauptsponsor Mercedes deutlich: „Wir freuen uns auf die Fortsetzung einer positiven Zusammenarbeit.“ Das klingt nicht, als würden die Teile des alten Präsidiums Recht behalten, die befürchtet hatten, mit dem Wechsel drohe „viel den Bach runter zu gehen.“ Diese Befürchtung war auch deshalb als Drohung geeignet, weil der Bruch an der KA-Spitze vollkommen war. Allein Margarete Crummenerl als Schatzmeisterin blieb vom alten, fünfköpfigen Vorstand noch im Amt. Aber die Äußerung zeigt Wirkung. Über eine Satzungsänderung soll erreicht werden, dass das Präsidium künftig nicht mehr en bloc gewählt wird, sondern immer nur eine Hälfte zur Wahl ansteht, die andere weiter im Amt bleibt. Das soll für Kontinuität sorgen, Erreichtes sichern.
Mit dem neuen Präsidium sehen sich fünf Gesellschaften eingebunden. Große, vor allem auch kleinere wie die Schmeddejonge oder die Rode Husare. Diese Breite ist zwar Ergebnis der Wahl, von Beyen aber auch so gewollt. Genau wie er die Frauenquote im Präsidium erhöhen wollte und deshalb - erfolgreich - die 26-jährige Simone Balzer für das Amt des Schriftführers vorschlug.
Innerhalb des geschäftsführenden Vorstandes werde nun über die Aufgabenverteilung gesprochen, kündigte Beyen an. Dabei werde jeder nach seinen Interessen und Möglichkeiten eingesetzt. „Eine Konzentration auf Einzelpersonen wird es nicht mehr geben“ betonte Beyen, der auch den erweiterten Vorstand des Karnevalsausschusses breit einbinden will. Bei ihm werde das Präsidium genauso wie bei den Mitgliedsgesellschaften Ideen einfordern, ihnen aber andererseits aber auch die Frage stellen: „Was erwartet Ihr vom Karnevals-Ausschuss?“
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