Neuss (NGZ). Noch immer liegt der neun Jahre alte Junge auf der Intensivstation. Er war – ebenso wie sein Freund – auf dem gefrorenen Reuschenberger See eingebrochen. Jetzt belagern Boulevard-Medien die Uni-Klinik.
Die Eltern bangen um ihr Kind: Der am Donnerstag im Reuschenberger See verunglückte Junge liegt noch immer auf der Intensivstation der Düsseldorfer Universitätsklinik. Die Ärzte kämpfen um das Leben des Neunjährigen aus Reuschenberg. "Der Junge wird intensivmedizinisch versorgt", sagte am Sonntag Susanne Dopheide, Pressesprecherin der Uniklinik. "Seine Vitalfunktionen sind stabil." Eine Prognose wollen die Mediziner nicht abgeben.
Zu Dritt waren die Jungen am vergangenen Donnerstag mit ihren Fahrrädern von Reuschenberg aus an den See gefahren. Dort waren zwei von ihnen auf der zu dünnen Eisfläche eingebrochen. In einer dramatischem Rettungsaktion holten Feuerwehrmänner mit Unterstützung eines Hubschraubers zuerst einen Zehnjährigen und später den neun Jahre alten Jungen aus dem Wasser. Der Dritte (10) von ihnen hatte sich aus eigener Kraft ans Ufer retten können und musste hilflos zusehen. Weil der Neunjährige beim Betreten des Eises seinen leuchtend blauen Fahrradhelm noch trug, konnten die Retter ihn schneller unter Wasser finden. Er wurde in ein Rettungsboot gezogen und an Land gebracht.
Das starke Medieninteresse an dem Unglücksfall sorgt in der Uniklinik für Probleme: "Die Boulevardpresse hat ein riesiges Interesse an der Identität des Jungens und der Eltern", sagte Klinik-Sprecherin Dopheide. "Weil wir natürlich keine Daten herausgeben, ist uns schon angekündigt worden, dass unser Haus ,belagert' werden soll. So etwas haben wir noch nicht erlebt. Wir werden in diesem Fall Security-Kräfte einsetzen, um Patienten und Angehörige zu schüzen."
Das Thema wird weiter unter Lesern von NGZ-Online diskutiert. "sportdogs3" fragt: "Wo waren die ganzen Leute, die sonst um diese Zeit dort unterwegs sind, zum Beispiel Jogger, Spaziergänger, Hundebesitzer, Fahrradfahrer. Das keiner da war, der die Kinder hätte abhalten können, ist für mich unglaublich."
Am Freitagmorgen durchsuchten Beamte der Kriminalpolizei die Räume der Feuerwehr-Kreisleitstelle im Hammfeld. Sie hielten Ausschau nach Anhaltspunkten dafür, dass beim Eis-Rettungseinsatz etwas schief gelaufen ist. Die Frage steht im Raum: Warum wurden Taucher der Feuerwehr Düsseldorf angefordert, nicht aber die ehrenamtlichen Retter der DRK-Wasserwacht Neuss, die nicht weit entfernt ihren Standort haben.
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