Neuss (NGZ). Unterschriftensammlung auf dem Appeltaatefest und ein Demonstrationszug für die Barbaraschule: Nur Stunden nachdem öffentlich wurde, dass die Stadt sechs Schulen aufgeben will, hat der Widerstand Konturen gewonnen.
Die Mobilmachung im Kampf um die von der Schließung bedrohten Schulstandorte läuft an. Den Anfang machte die Schulpflegschaft der Reuschenberger St.-Hubertus-Grundschule, die – gegen den Willen der gastgebenden Cornelius-Gesellschaft – beim gestrigen Appeltaatefest Unterschriften sammelte und Flugblätter verteilte. Die Schulpflegschaft der Barbaraschule wiederum kündigte an, das Stadtteilfest am nächsten Samstag (11.) zu einer Kundgebung werden zu lassen. Vor dem Fest wird sich um 10 Uhr ein Demonstrationszug vom Hauptbahnhof aus zur Schule in Marsch setzen.
Am Mittwoch waren die Schulen von den Schließungsabsichten in Kenntnis gesetzt und, wie Stephan Dutine von der Schulpflegschaft St. Hubertus berichtet, bis zum Donnerstag zum Schweigen verdonnert worden. Denn da erst wurden die Pläne, zwei Haupt-, zwei Real- und zwei Grundschulen aufgeben zu wollen, der Öffentlichkeit vorgestellt. Ein seltsamer Zufall wollte es, dass am Abend die Schulpflegschaft zum Jahresabschlussessen zusammenkam. So konnte sofort das weitere Vorgehen besprochen werden. Die Ideen dazu werden am Dienstag und am Mittwoch den Klassenpflegschaften präsentiert.
Stadtteilfest und Demo
Termin Samstag, 11. September
Demo 10 Uhr ab Hauptbahnhof, das Fest auf dem Schulhof der Barbaraschule schließt sich an.
Veranstalter (des Festes) Schule und Förderverein, Fachdienst für Integration und Migration der Caritas, Kindertagesstätten, Arbeiterwohlfahrt, Haus der Jugend.
Die Elternvertreter der 78 Barbaraschüler wurden am Freitag zusammengetrommelt. Die Stimmung war schlecht, erklärte die (Noch)-Schulpflegschaftsvorsitzende Petra Ajdarpasic. Wie schon vor vier Jahren, als die Barbaraschule schon einmal von Schließung bedroht war, wollen die Eltern die Schule als wichtigste Einrichtung im Sozialgefüge des Quartiers verteidigen. Dazu sollen die Eltern aller 36 im nächsten Jahr schulpflichtigen Kindergartenkinder aus dem Barbaraviertel aufgefordert werden, ihre Kleinen gezielt für die mehrfach ausgezeichnete Barbaraschule anzumelden.
Die Verwaltung hat für die Barbaraschule andere Pläne. Als Ersatz für die Kindertagesstätte Bockholtstraße und den Behelfskindergarten auf dem Schulgelände soll ein fünfgruppiger Kindergarten für 100 Kinder im Schulgebäude entstehen. Hinzu kommt im Souterrain ein Jugendzentrum, das an drei Tagen geöffnet sein soll. Diese Pläne halten viele Eltern für überflüssig, berichtet Ajdarpasic. Schließt die Schule, würden sie aus dem Barbaraviertel wegziehen wollen.
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