Neuss (NGZ). Nach den Arbeiten im Hauptstraßenzug und auf der Further Straße geht es in der Neusser Innenstadt weiter mit den Kanalarbeiten. Betroffen sind die Königs-, Salz- und Bleichstraße. Kosten: 2,5 Millionen Euro.
Wilhelm Heiertz hofft auf einen "normalen" Winter, zumindest so normal, dass die geplanten Kanalarbeiten nicht behindert werden und schon gar nicht gestoppt werden müssen – so wie es im vergangenen Jahr war, als die Arbeiten auf und an der Further Straße drei Monate witterungsbedingt ruhten. Und die Anwohner dementsprechend länger mit Belästigungen zu rechnen hatten.
Mit Lärm, Schmutz und Baustellenverkehr müssen nun auch die Menschen rechnen, die an der Königs-, Salz- und Bleichstraße wohnen, wie der Technische Leiter der InfraStruktur Neuss (ISN) mitteilt. Anderthalb Jahre werden dort die Kanalarbeiten dauern, die in der vergangenen Woche gestartet sind. Dabei verlegt die ISN, die ehemalige Stadtentwässerung, neue Schmutz- und Regenwasserkanäle. Denn die, die noch liegen, sind in einem "sehr schlechten baulichen Zustand", wie Heiertz betont. Kein Wunder – sie sind fast 100 Jahre alt.
Zahlen
Menge Die ISN verlegt in den drei Straßen 620 Meter Schmutzwasser- und 580 Meter Regenwasserkanäle.
Kosten Das gesamte Vorhaben kostet 2,5 Millionen Euro.
Größe Die Schmutzwasserrohre haben einen Durchmesser von bis zu 60 Zentimetern, die Regenwasserrohre sind bis 120 Zentimeter groß.
Durch Schächte gepresst
"Die Verlegung der Kanäle in der Königsstraße stellt eine besondere Herausforderung dar", erklärt Heiertz. "Denn die Straße ist sehr schmal und die alten Schmutzwasserkanäle liegen in einer Tiefe bis zu sechs Metern." Da sie unterhalb der Regenwasserkanäle liegen, sind die Schmutzwasserrohre die ersten, die erneuert werden müssen. Und das geschieht mit Hilfe eines Schachtbauwerks und eines Pressverfahrens. Dabei werden die neuen Rohre in dieser ersten Bauphase, die voraussichtlich vier bis fünf Monate dauern wird, unterirdisch vorangetrieben. "Das bedeutet, dass wir zunächst keine Straße aufreißen müssen", so Wilhelm Heiertz. Das passiert erst in der zweiten Bauphase, wenn die Regenwasserkanäle erneuert werden. Obwohl die betroffenen Straßen nicht auf dem Zugweg liegen, wurde mit dem Beginn der Arbeiten bis nach dem Schützenfest gewartet, um den Festablauf nicht zu beeinträchtigen.
Beeinträchtigt wird jedoch in den kommenden Monaten das Leben der Anwohner, denn während der Kanalbauarbeiten bleiben die betroffenen Straßen für den Durchgangsverkehr gesperrt, der Anliegerverkehr jedoch soll – laut Heiertz – bis zur Baustelle gewährleistet sein. Im Zuge der Bauarbeiten erneuert die ISN in den drei Straßen auch die Schmutz- und Regenwasserhausanschlüsse bis zu den Grundstücken. Die Neusser Stadtwerke tauschen außerdem die Ergas- und Trinkwasserhausanschlüsse aus.
Die Bauarbeiten erfolgen abschnittsweise. Begonnen haben sie in der Königstraße, zwischen Rheintor- und Salzstraße.
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