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Neuss: Kicker bleiben im Stadion

VON KLAUS D. SCHUMILAS - zuletzt aktualisiert: 01.10.2009 - 21:30

Neuss (NGZO). Im Werkstattverfahren zur Umgestaltung des Jahnstadions wurde offenbar ein Durchbruch erreicht: Weil genügend Platz vorhanden ist, können die Fußball-Teams der DJK Novesia bleiben.

Korczak-Direktor Achim Fischer (vorne) und Dr. Jörg Wetterich (ikps). Foto: NGZ
Korczak-Direktor Achim Fischer (vorne) und Dr. Jörg Wetterich (ikps). Foto: NGZ

Im Streit um die Umgestaltung des Jahnstadion zeichnet sich eine Lösung ab: In der dritten Sitzung des Werkstattverfahrens wurde deutlich, dass die Fußball-Mannschaften der DJK Novesia offenbar doch in ihren angestammten Heimstätte bleiben können. Eine "Zwangsumsiedlung" zum neuen Fußball-Sportpark am Konrad-Adenauer-Ring, wie sie bislang von der CDU vorgesehen ist, scheint vom Tisch zu sein.

Das bestätigte Ingrid Schäfer, sportpolitische Sprecherin der Christdemokraten, nach der Sitzung: "In der Sitzung wurde klar, dass es auf dem Jahnstadionareal Platz genug vorhanden ist, um dort Vereins-, Schul- und Freizeitsport unter zu bekommen. Daher besteht keine Notwendigkeit mehr, die DJK Novesia zu verlagern." Damit wäre ein zentraler Streitpunkt beseitigt. Zufrieden äußerte sich DJK-Vorsitzender Uwe Bünzel: "Eine Lösung, mit der wir natürlich sehr einverstanden wären."

Info

Werkstattverfahren

Der Ausgang: Im Januar 2008 will die CDU die Umgestaltung des Jahnstadions mit Wohnbebauung. und TG-Zentrum. Nach dem Einlenken und Verzicht auf Wohnhäuser beschließt der Rat im September 2008 ein Werkstattverfahren. Dieses startet an einer öffentlichen Auftakt im Juni 2009 mit der ersten Sitzung.

Sechzehn Mannschaften, überwiegend im Jugendbereich, hat die DJK in der laufenden Saison am Start. Sie reagierte im vergangenen Jahr geschockt, als die Pläne der CDU nach draußen drangen, wonach der komplette Fußballbereich zum Stadtwald umziehen soll (und auf der Wolker-Anlage die Leichtathletik konzentriert wird). Den Durchbruch leiteten Henrik Schrader und Dr. Jörg Wetterich vom moderierenden Planungs- und Sportentwicklungsbüro ikps aus Stuttgart ein. In der Diskussion über die Eindrücke, die die Teilnehmer bei der Informationsfahrt in den Jahnpark von Bad Hersfeld gewonnen hatten, erklärte Wetterich, dass die Planungsfläche des Neusser Jahnstadions ungleich größer sei als das Areal in Bad Hersfeld. In Neuss ließen sich eine ganze Reihe von Freizeitelementen integrieren, und es bliebe noch genügend Platz für ein TG-Sportzentrum, für Fußballplätze und Bereiche für den Schulsport. "Das könnte ein Kompromiss sein", so Wetterich.

Diskutieren und planen, v. l.: Bürgerin Mechthild Lux, Stefan Diener (Stadt), TG-Vorsitzender Mario Meyen und Beigeordneter Dr. Horst Ferfers. Foto: NGZ

Die Berücksichtigung des TG-Sportzentrums wird von der überwiegenden Mehrheit der Werkstatt-Teilnehmer begrüßt, Widerstand kommt aus den Reihen des BUND und der Grünen. Gleichwohl ist der Konsens über viele Elemente, die ein umgestalteten Jahnstadion enthalten kann, groß: Die ikps-Vertreter fassten sie aus der vorherigen Sitzung zusammen. Die Gemeinsamkeiten sind unter anderem die Anlage einer Finnenlaufbahn durch das gesamte Gelände, der Erhalt der Wettkampfbahn für den Schul- und Vereinssport, die Ergänzung der Angebote um Trend- und Freizeitsportelemente und die Schaffung von Kommunikationsräumen.

Für die nächste Sitzung wird das ikps-Înstitut durch einen Landschaftsplaner die weiter entwickelten Raumskizzen der Arbeitsgruppen in einem Modell zusammenfassen. Dabei geht es um die möglichen Platzierungen von Kunstrasenplatz, TG-Zentrum und Freizeitelementen. Am Ende des Verfahrens soll ein möglichst konsensualer Vorschlag aus dem Werkstattverfahren in die politischen Gremien gehen.

Zur Sache Befriedet

Quelle: RP

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