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Schülertheaterwoche: Klassenfahrt, Flirt und die Folgen

VON DAGMAR KANN-COOMANN - zuletzt aktualisiert: 15.05.2009 - 13:14

Schülertheaterwoche (NGZ). Eigene Stücke und originelle Bearbeitungen - Schülertheaterwoche hat viel zu bieten.

Neuss Ideen, Kreativität und Einsatz kommen bei der Schülertheaterwoche im Rheinischen Landestheater in diesem Jahr in ganz besonderer Weise zum Tragen: Weil sich kein Lehrer fand, der eine Theater-AG leiten wollte, wurde Milena Wichert vom Gymnasium Norf kurzerhand selber aktiv, schrieb ein Stück, suchte theaterbegeisterte Mitschüler, gründete mit ihnen ein Ensemble und inszenierte die eigene Geschichte „Frühaufsteher“. „Nach der Premiere haben wir viel Zustimmung und auch Unterstützung von den Lehrern bekommen“ erzählt Melina zufrieden. Ein bisschen nervös vor dem Auftritt im Schauspielhaus sind sie und ihre Mitstreiter aber dennoch.

Linda, Esther und Ann-Kathrin vom Kultur-und-Schule-Projekt der St.-Konrad-Schule weisen das allerdings eher zurück: Ob sie aufgeregt sind vor ihrem Auftritt? „Geht so“, sagt Linda gelassen und scheint die Frage eher doof zu finden. Viel lieber erzählen die Grundschülerinnen die Geschichte von Benja, die in der Zoohandlung mongolische Kampffische kaufen will, stattdessen die Katze Iggy nicht mehr los wird und unversehens das verborgene und bedrohte Reich Eidolon kennen lernt.

Auch „Das verborgene Reich“ ist eine Eigenproduktion, die Theaterpädagogin Inge Harms für und mit den Kindern entwickelt hat. Mit Stücken aus eigener Feder beteiligen sich ebenfalls der Literaturkurs des Jahrgangs 12 vom Gymnasium Norf und die Theater-AG der Realschule Holzheim an der Theaterwoche der Schüler: Nichts Geringeres als einen Krieg zwischen Morgen- und Abendland hat sich Annika als Thema ihres Stücks „Georg der Große“ ausgedacht.

Eine Klassenfahrt, ein Flirt und seine Folgen stehen dagegen im Mittelpunkt von „Paris Paris“. „Allgemein denkt man sich Eulenspiegel als freundlichen Kerl. Wir zeigen ihn als großen Egoisten, der der Gesellschaft einen Spiegel vorhält, indem sie die eigene Selbstbezogenheit erkennen kann“, erklärt Fabian vom Düsseldorfer Goethe-Gymnasium das ambitionierte Projekt „Eulenspiegelei“, mit dem die Schule erstmalig an der Neusser Schülertheaterwoche teilnimmt. „Wir wollten auch mal außerhalb von Düsseldorf auftreten, um neue Erfahrungen zu sammeln“, erklärt Andrea den Schritt der Schüler, sich in Neuss zu bewerben.

Nicht selbst geschrieben aber dafür mit eigenen Ideen, Liedern und Musik gewürzt haben Ala, Büsra und ihre Schulkameradinnen von der Ganztagshauptschule Gnadentaler Allee einen echten Klassiker, Shakespeares Romeo und Julia. „Wir haben gehört, dass früher bei Shakespeare alle Rollen von Männern gespielt wurden“, erzählt Ala. „Das haben wir umgedreht und alle Rollen weiblich besetzt“, erklärt sie selbstbewusst.

Gelassen haben die Jungen ihren Ausschluss vom Theaterstück hingenommen: „Allerdings nur, bis sie erfahren haben, dass es im Stück vor allem um Liebe und ums Küssen geht“ berichtet Ala lachend. Mit Kleists „zerbrochenem Krug“ hat sich auch die Theater-AG des Georg-Büchner Gymnasiums einen echten Klassiker vorgenommen und viel Energie investiert: „Wir haben alle Kostüme selbst genäht.

Dafür haben wir uns wochenlang jeden Tag getroffen“ berichtet Charleen von den Mühen die Theater eben auch bedeutet. Zum ersten Mal stehen viele von ihnen auf der Bühne, andere dagegen haben längst Feuer gefangen und sind entschlossen, das Theater zum Beruf zu machen. Gibt es eine Rolle, die sie unbedingt einmal spielen möchten? Linda denkt gar nicht lange nach: „Am liebsten hätte ich die Katze Iggy gespielt.“ Aber dass ihre Freundin Esther diesen Part hat, ist auch okay, sagt sie.

Quelle: NGZ


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