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Neuss: Kliniken investieren Millionen

VON CHRISTOPH KLEINAU - zuletzt aktualisiert: 04.07.2010 - 21:30

Neuss (NGZ). Der Konkurrenzdruck bei den Krankenhäusern ist groß, Investitionen sind die Konsequenz. Die gerade eingeführte Pauschale bei der Bauförderung durch das Land stößt die Tür für den Neubau einer Kinderklinik auf.

Baustelle Johanna-Etienne-Krankenhaus: Das Klinikum im Neusser Norden wird mit einem Kostenaufwand von 26 Millionen Euro ausgebaut und modernisiert.  Foto: NGZ
Baustelle Johanna-Etienne-Krankenhaus: Das Klinikum im Neusser Norden wird mit einem Kostenaufwand von 26 Millionen Euro ausgebaut und modernisiert. Foto: NGZ

Wieviel Kredit bekommt man, wenn man jährlich eine Million Euro aus einer pauschalierten Bauförderung des Landes für Zins und Tilgung aufbringen kann? Sigurd Rüsken, Geschäftsführer des städtischen Lukaskrankenhauses, weiß es: "17 Millionen. Davon bauen wir unsere Kinderklinik." Im Herbst soll Baubeginn sein für dieses aktuell größte Projekt des Hauses. Es ist aber bei weitem nicht das einzige in Neuss.

Mehr als 70 Kliniken sind binnen 30 Auto-Minuten im Umkreis von Neuss zu erreichen. Sie alle stehen in wirtschaftlicher Konkurrenz zueinander. Dieser ist auf der Ebene der spezialisierten Abteilungen – etwa der Kinderklinik am "Lukas" oder der Neurologie am Johanna-Etienne-Krankenhaus – nicht ganz so ausgeprägt, doch "in anderen Fächern sieht das anders aus", unterstreicht Paul Neuhäuser, Geschäftsführer der St.-Augustinus-Kliniken, dem Träger des "Etienne".

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Krankenhausfinanzen

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Pauschalförderung Für technische Geräte und die Ausstattung gibt es jährlich Geld vom Land.

Bauförderung Früher wurde das Einzelbauvorhaben vom Land gefördert. Problem: Wartezeiten und Bürokratie. Landessozialminister Karl-Josef Laumann ersetzte das durch pauschalierte Zuwendung, die angespart werden kann. Das "Lukas" bedient damit Kredite. Die Häuser hoffen, dass die neue Landesregierung das beibehält.

In diesem Konkurrenzkampf können die Häuser deshalb nicht allein auf fachliche Kompetenz setzen, die zum Beispiel in den Qualitätsberichten dokumentiert wird. Funktionalität und Modernität der Gebäude – etwa beim Thema Unterbringung – sind ebenso wichtig geworden. Das belegte auch die jüngste Patientenbefragung der AOK Rheinland-Hamburg.

Investitionen sind die Konsequenz. Und an diesem Punkt, so Rüsken, werde sich die Spreu vom Weizen trennen: "Wer investiert, bleibt am Markt. Die anderen verschwinden." Ein Beispiel dafür war in Krefeld zu "besichtigen", wo der nicht aufzulösende Investitionsstau zur Abgabe eines städtischen Hauses an private Träger führte.

Doch investieren können nur Häuser, die Geld verdienen. Die Regel, dass das Land für Krankenhausbauten aufkommt, sei inzwischen "graue Theorie", so Neuhäuser. "Wenn man nur mit Mitteln des Landes arbeitet, hätte man ziemlich schnell Bruchbuden da stehen". Denn vom Land flossen dem Gesamtkonzern St.-Augustinus-Kliniken 2009 fünf Millionen zu, der wird allein in diesem Jahr aber 62,5 Millionen Euro investieren.

Die größten Posten auf der Rechnung sind das "Etienne", wo noch bis Mitte 2011 gebaut wird, und der Neubau des St.-Josef-Krankenhauses. In dieses "Zentrum der seelischen Gesundheit", das um die Jahreswende 2011/12 fertig wird, werden dann rund 50 Millionen Euro geflossen sein. Das "Etienne" erhält bis Mitte 2011 mit einem 26-Millionen-Euro-Paket neue Bettenabteilungen, eine erweiterte Intensivstation und eine neue Ambulanz.

Am "Lukas" wird noch in diesem Jahr die Radiologie fertig. Gesamt kosten: Sechs Millionen Euro. 2011, so wünscht sich Rüsken, "soll ganz der Kinderklinik gehören." Die wird voraussichtlich Mitte 2012 fertig. Baukosten insgesamt 22 Millionen.

Quelle: NGZ


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