Neuss (NGZO). Die Neusser Künstler Nils Kemmerling und Axel Naß kommen mit einem "Multi-Mobil" im Rahmen des Kunstprojekts "Different Places – Different Stories" auch nach Neuss, um neue Kunst zu schaffen.
Der Wohnwagen gehört wohl schon in die Kategorie "Oldtimer" – ebenso wie der Van, der ihn zieht. Aber das schwarz-weiß gestrichene Gespann ist nicht nur verkehrssicher, sondern sogar kunsttauglich. "Multi-Mobil" haben die beiden Künstler Nils Kemmerling (Video/Medien)und Axel Naß (Bildhauer/Objekte) Auto und Anhänger genannt und dafür das "arteam.org" gegründet. In neun verschiedenen Zusammensetzungen mit jungen Menschen (14 bis 22 Jahren) wird es an neun Orten Kunst betrachten und daraus wiederum neue Kunst erschaffen – vom 22. bis 24. Oktober auch in Neuss.
Die multimediale Aktion der beiden Künstler gehört zum Kunstprojekt "Different Places – Different Stories", das der Kulturraum Niederrhein und die Stiftung Odapark Venray zurzeit am Niederrhein und in den Niederlanden im öffentlichen Raum veranstalten. Neuss ist mit der Präsentation von großformatigen Fotoarbeiten Karin Geigers an der Breite Straße/Ecke Friedrichstraße dabei, und genau dort wird das Neusser "arteam.org" auch ansetzen, um von den Bildern Geigers ausgehend ein eigenes Kunstprojekt zu entwickeln, das per Beamer zum Abschluss auf dem Freithof gezeigt wird.
Bewerbung
Jugendliche von 14 bis 22 Jahren können sich beim Kulturamt unter 0 21 31 / 90 41 18 oder 90 41 15 für das Projekt bewerben. Das Multi-Mobil ist am 22. (Beginn 11 Uhr) , 23. und 24. Oktober in Neuss. Informationen im Internet unter www.arteam.org
"Wie wirkt Kunst im öffentlichen Raum?" und vor allem "Wie sehen Jugendliche diese Kunst?" sind die Fragen, die Kemmerling und Naß ihrem Projekt zugrunde legen. Das "Multi-Mobil" ist dafür zum "rollenden Labor" umgerüstet worden, wie Kemmerling sagt, mit Plätzen für Videoschnitt und Sound, für Internetrecherche und Fotobearbeitung. Denn die jungen Kunst-Arbeiter sollen als Team mit Aufnahmegeräten oder Kamera auf Spurensuche gehen – ausgehend zum Beispiel von den Motiven auf Geigers Arbeiten. Was dabei herauskommt, hängt im Wesentlichen von den Ideen der Jugendlichen ab: "Natürlich haben wir Joker in der Tasche", versichert Naß, aber ihm und Kemmerling ist es am liebsten, wenn sich aus den Gesprächen und dem Betrachten der Kunst aus Sicht der Jugendlichen etwas Neues ergibt und sie das auch visuell umsetzen. "Das kann und darf auch für uns eine Überraschung sein", sagen die beiden. "Wir lenken nur ein bisschen im Sinne der Machbarkeit und des Erfolges."
In Duisburg haben sie mit dieser Strategie beste Erfahrungen gemacht. Das dortige Kunstprojekt von Harland Miller mit lebensecht wirkende Figuren auf eine Wiese, die offensichtlich Spuren an einem Tatort sichern, hatte das jugendliche "arteam.org" animiert, sich ein eigenes Ende auszudenken und in Szene zu setzen. Die Multi-Mobil-Einsätze und -projekte in den neun Städten werden im übrigen im Internet auf www.arteam.org detailliert dokumentiert.
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