Neuss (NGZ). Neuss Offene Türen boten beim Arbeitsplatz Kunst am Wochenende Einblick in Neusser Künstlerateliers. Das Atelierhaus an der Hansastraße war 2007 gerade fertig gestellt und die Künstler erst frisch eingezogen. Man stieß auf die Ateliers in der Umbauphase, auf Umzugskisten und gestapelte Bilder. Maler Horst Schleicher zeigte demonstrativ leere Leinwände. Jetzt hängen dicht an dicht Tafeln aus der Serie „Big Blue“ und auch in den anderen Ateliers hat sich einiges getan.
Ein Ausstellungsraum ist entstanden, der unter der Leitung des Kulturamtes kontinuierlich bespielt wird. Momentan finden sich dort abstrakte Metallplastiken von Carola Eggeling und Objekte von Anja Maria Strauss, bei denen auf Metallstangen Fundstücke aus der Natur seriell aufgereiht sind.
Dazu gesellen sich Aufnahmen von der ebenfalls im Haus ansässigen Fotografin Sabine Köberling. „Hier probt zwar regelmäßig die Kammerakademie, aber wenn er frei ist, dann kann man sich hier mal ausbreiten“, freut sich Malerin Renate Linnemeier. Ideen werden bei den monatlichen Künstlertreffen der „Atelierhäusler“ diskutiert. „Es ist schon schön in einer Gemeinschaft zu arbeiten, man kann mal eben klopfen und Kaffee trinken oder um Rat fragen.
Ich genieße das, denn vorher hatte ich ein einsam gelegenes Atelier“ sagt Linnemeier. „Manchmal ist man aber auch ganz alleine, vor allem an den Wochenenden,“ berichtet Gisa Rosa, die ihr neu umgebautes Atelier präsentiert. Aus zwei kleinen Räumen ist dank Durchbruch ein großer geworden. „Das war meine Bedingung für den Einzug.“ So bunt gemischt wie der Zufall die Künstler im Atelierhaus zusammengeführt hat, so sind auch die Ansprüche und Qualitätsstufen. Professionelle und solche, die es werden wollen, arbeiten hier neben Hobbykünstlern.
Stadtarchiv ist länger geöffnet
Neuss (NGZ) Das Stadtarchiv Neuss, Oberstraße 15, hat seine Öffnungszeiten wegen der Nachfrage deutlich ausgeweitet. Der Benutzersaal ist von Dienstag bis Freitag an zusätzlichen sechs Stunden geöffnet. Die Mitarbeiter des Archivs beantworten Fragen und geben Auskünfte. „Die Anfragen unserer Kunden im Benutzersaal betreffen Themen und Unterlagen aus Politik, Wirtschaft, Recht und Kultur vom Mittelalter bis in die Gegenwart“, betont Archivleiter Dr. Jens Metzdorf. Seit 2003 wurden die Öffnungszeiten des Stadtarchivs um über 60 Prozent ausgedehnt. Info Der Benutzersaal des Stadtarchivs, Oberstraße 15, ist dienstags und mittwochs von 9 bis 16 Uhr, donnerstags von 9 bis 18 Uhr und freitags von 9 bis 16 Uhr geöffnet.
„Klar, dass sich Gruppen bilden, Sympathien verteilen sich halt auch hier wie im normalen Leben unterschiedlich,“ stellt Reiner Clemens nüchtern fest. „Wir reden viel über unsere Arbeit. Aber man kann jemanden auch bei einer Tasse Kaffe kennen lernen, schließlich ist Kunst Leben,“ sagt Clemens. - „Bist wohl Beuys-Schüler,“ wirft Kollege Hans Peter Menge ein. - „Nee, hab ihn nur gelesen,“ kontert Clemens. „Hast Du ihn auch verstanden,“ fragt Menge; schon ist eine von vielen Diskussion im Gange.
„Wir sind froh, dass jetzt die Umbauphase vorbei ist. Auch das Haus nebenan ist jetzt weg und mit ihm der Staub und der Krach,“ sagt Bildhauerin Michaela Masuhr, die viele Monate mit einem Loch in der Außenwand leben musste. „Aber der Draht zum Kulturamt ist gut“, ergänzt Clemens. „Ja, für uns ist es gut, dass wir als städtisch betreutes Atelierhaus im öffentlichen Fokus stehen. Es gibt immer wieder interessanten Besuch. Politiker und Geschäftsleute schauen öfter mal rein,“ freut sich Masuhr, die so bereits mehrere Arbeiten verkaufen konnte
Der Zulauf am Wochenede war groß, aber auch kleinere Ateliergemeinschaften wie Jürgen Zaun und Heribert Münch auf der Uhlandstraße hatten rund 50 Besucher pro Tag zu verzeichnen. „Irgendwas geht immer, manchmal Verkäufe, aber immer Gespräche und neue Kontakte,“ berichtet Zaun. Melanie Richter auf der Salzstraße hatte am Samstag zum Frühstück geladen.
Aber auch ohne Kaffee und Brötchen hat sich der Weg gelohnt. Bereits die Lage des Ateliers ist „abgefahren“, direkt auf dem Bahnsteig des Hauptbahnhofs. Aber vor allem die Malerei der Krieg-Schülerin von der Düsseldorfer Kunstakademie überzeugte.
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