Neuss (NGZ). Die starken Regenfälle haben Wiese und Wege rund um das Schützenzelt aufgeweicht. Auf einigen Wegen staut sich das Wasser teilweise zu kleinen Seen. Auch Schausteller leiden unter dem schlechten Wetter.
"Vorsicht, Matsche!" Zu Recht warnt der jüngere Begleiter den älteren Herrn mit Gehstock, der das Ziel Schützenfest-Zelt vor sich sieht, aber seine Augen besser auf seine Füße richten sollte. Denn der Starkregen am Montagabend hat auch den Weg über die Wiese zum Zelt aufweicht, und was sich nun, noch Stunden später, als Band von Pfützen quer über den Zuweg zieht, war am Montagabend sogar ein kleiner Bach.
Die Unwetterwarnung mit einer Regenmenge von 25 bis 30 Litern pro Quadratmeter, die der Deutsche Wetterdienst herausgegeben hatte, war nach Meinung von Marcus Kübel völlig berechtigt. Der Einsatzleiter des Deutschen Roten Kreuzes hatte Dienst und ist sich sicher: "Die Menge kam in einer halben Stunde herunter." Dass die Fläche, auf der die Zelte und Fahrzeuge der Helfer am Anfang der Festwiese untergebracht sind, nicht unter Wasser gesetzt wurde, lag einzig daran, dass es bei der Geschwindigkeit nur durchlief. Bewährt habe sich allerdings der vom THW montierte feste Übergang über das Geläuf, sagt Kübel.
Wetterprognose
Dienstag Nachmittags bewölkt, Höchsttemperatur 16 Grad, Niederschlagswahrscheinlichkeit 25 Prozent.
Mittwoch Nachmittags bewölkt, Höchsttemperatur 18 Grad, Niederschlagswahrscheinlichkeit 35 Prozent
Die nächsten Tage Ab Freitag wieder heiter und Höchsttemperaturen um 20/22 Grad.
Bretterbohlen und Gummiläufer auf der Wiese (wo heute der König ausgeschossen wird) zeugen vom eher hilflosen Versuch, die Wasserlachen zu überdecken. Und trotz Rindenmulch staut sich in tiefen Spurrillen immer noch das Regenwasser. Feste Schuhe, so scheint es, sind in diesen Tagen beim Schützenfest unabdingbar.
Für die Schausteller bedeutet das schlechte Wetter mehr Arbeit und weniger Besucher. Wohl dem, dessen Karussell überdacht ist, alle anderen müssen die freien Gondeln etwa wie beim "Breakdance" oder "Booster" nach jedem Regen wieder trockenwischen. Das macht Thomas Schneider vom Riesenrad allerdings noch die wenigsten Probleme: "Aber die Besucher sind schlagartig weg." Und stehen zum Beispiel unter dem schützenden Dach der "Westfalen-Schänke", aber "trinken nichts", wie Heike Henry klagt.
Für Dagmar Tenwolde, die seit 28 Jahren auf der Kirmes steht und in diesem Jahr Plüschtiere verkauft, kam es dagegen ganz hart: Das Dach ihres Geschäftes ist undicht, und sie muss sich wohl bis zum Ende der Kirmes damit behelfen, einen Eimer zwischen den Plüschenten und -pinguinen aufzustellen. "Ich kann mich nicht daran erinnern, dass das Wetter schon mal so schlecht war", sagt sie, "am Montag haben wir um 23.15 Uhr Schluss gemacht. Ich glaube, das hat es noch nie gegeben."
Auch Zeltwirt Peter Barrawasser ist nicht zufrieden, obwohl der Regen ihm die Menschen ins große Zelt treibt. "Das macht nicht wett, was wir draußen an den Ständen verlieren", sagt er.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.