Neuss (NGZ). Nordstadt 14 Millionen sind nicht genug. 14 Millionen registrierte Knochenmarkspender weltweit reichten nicht aus, um der an Leukämie erkrankten Monika S. die eine, die rettende Spende zu verschaffen. Ihre Freunde wollen sich damit nicht abfinden.
Typisierung
Das menschliche Immunsystem wird durch eine Vielzahl von Merkmalen bestimmt, die bei Spender und Empfänger möglichst identisch sein müssen. Die immense Möglichkeit von Variationen der Gewebemerkmale macht es nötig, möglichst viele Spender zu gewinnen. Denen wird erst nur Blut abgenommen.
Deshalb organisieren sie am Sonntag, Monikas 54. Geburtstag, am Johanna-Etienne-Krankenhaus eine Typisierungsaktion. „Weil wir mit ihr den 55. Geburtstag wieder richtig feiern wollen“, wie Willi Breuer betont.
Tag und Ort sind nicht zufällig gewählt. Monika S. Geburtstag und ihre alte Wirkungsstätte. Bis zu dem Tag im Januar 2006, als bei der Neusserin Blutkrebs festgestellt wurde, hatte sie in der Klinik Am Hasenberg in der Telefonzentrale gearbeitet. Die Diagnose stellte ihr ganzes Leben auf den Kopf.
Vorher, so erinnert sich Willi Breuer, sei die Mutter von zwei - inzwischen erwachsenen - Kindern eine lebenslustige Frau gewesen. Eine, die „für alle Sachen offen war.“ Heute kämpft sie nur noch um ihr Leben. Seit dem September 2007 liegt Monika S. beinahe ohne Unterbrechung in der Düsseldorfer Universitätsklinik. Ihr Zustand sei so bedrohlich, so Breuer, dass nur noch die Familie zu ihr darf. Aber sie sei dankbar für die Anstrengungen, die ihre Freunde nun unternehmen.
Aber es gab auch stärkere Tage in den vergangenen Monaten. Dann wurde ihr Tatendrang wieder wach, war ihre Leidenschaft für den Fußball geweckt. „Ich wollte sie besuchen“, erinnert sich Breuer an einen solchen Tag, „aber sie sagte: Komm später. Erst muss ich zum VfR Neuss“. Da ist Monika S. Mitglied.
Damit sie es bleibt, haben Willi und Barbara Breuer, deren Trauzeugin Barbara S. ist, gemeinsam Gisela, Manfred und Chris Eßer aus Grevenbroich in den vergangenen Wochen viel in Gang gesetzt um durch eine Typisierungsaktion doch noch einen Spender zu identifizieren. Die Chance schätzen sie gering, aber nicht mikroskopisch klein ein.
Denn, so Breuer: „Es ist immer wertvoll, solche Aktionen am Wohn- oder Geburtsort zu machen.“ Dort seien die Chancen größer, erklärte man ihnen bei dem Verein Stammzellenspende Rheinland in Düsseldorf. Dort haben sie in Dirk Osburg einen emsigen Helfer gefunden, der von der Knochenmarkspenderzentrale Düsseldorf (KMZS), wo allein 170 000 testierte Proben dokumentiert sind, die Zusage erhalten hat: Die ersten 500 Blutproben aus dieser Aktion sind innerhalb von einer Woche typisiert. Osburg: „Die konzentrieren ihre ganzen Kapazitäten auf diesen einen Fall.“
Wen Eßers und Breuers und andere Bekannte in ihrem Umfeld erreichen können, den mobilisieren sie für die Typisierungsaktion, für die Experten am Sonntag von 11 bis 17 Uhr im Johanna-Etienne-Krankenhaus zur Verfügung stehen. Damit die Aktion auch etwas Geselliges bekommt, haben die Freunde von S. eine Gulaschkanone und einen Getränkestand organisiert, dreht sich das Glücksrad, wo es Preise zu gewinnen gibt. Denn auch Geld benötigt die Aktion - 50 Euro, für jede zu untersuchende Blutspende.
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