Neuss (NGZ). NEUSS Benefiz-Konzerte haben im Further Hof fast schon Tradition. Nachdem in der Vergangenheit Bands zugunsten der Tsunami-Opfer in Asien gespielt hatten, stand die Veranstaltung „Rock for Health“ am Samstag im Zeichen der „Deutschen Krebshilfe“.
Mit der beliebten NuRock-Band Sub7even, die in allen großen Hallen Deutschlands und bei „Rock am Ring“-Festival gespielt hatte, zog Organisator Andreas Wagner, Bassist der Formation Rumblefish, ein echtes As aus dem Ärmel.
Eröffnet wurde der Konzertabend zu früher Stunde von den beiden Bands Stainless und Painwords. In der Schnittmenge zwischen Punkrock und Metal konnten die beiden talentierten Gruppen zwar durchaus eigene Akzente setzen, allerdings spalteten sie das Publikum erwartungsgemäß in zwei Lager: die „jungen Wilden“ und jene Gäste jenseits der 35 Jahre, die bemüht waren, sich schleunigst einen Platz am Tresen zu sichern.
Auf Rumblefish konnten sich hingegen beide Fraktionen einigen. In den zügellosen Rock n’ Roll der Düsseldorfer mischten sich aus gegebenem Anlass sehr bewegende Momente: „Meine Frau ist im März krank geworden und mittlerweile wieder auf dem Weg der Besserung“, erzählte Bassist Andi Wagner auf der Bühne.
„Wie haben sehr viel Hilfe empfangen von der Deutschen Krebshilfe, und dank eurer Unterstützung können wir jetzt etwas zurückgeben.“ Entsprechend leidenschaftlich spielte sich die Band mit Neuzugang Amadeus Sektas an der Leadgitarre durch ein Set, das mit Fan-Hymnen wie „Hallo Wach“ trotz des Etiketts Classic Rock stets zu lebendig klang um auch nur ein Staubkörnchen anzusetzen.
Gekommen waren die zahlreichen Gäste allerdings, um Sub7even zu sehen. Im sechsten Jahr nach dem kometenhaften Aufstieg der Single „Weatherman“ präsentierte sich die Gruppe enorm spielfreudig und gut gelaunt. Gleich beim dritten Song stürzte sich Frontmann Daniel Wirtz vom Bühnenrand ins Publikum. Gesangseinlagen mit Megafon, Schützenhilfe am Schlagzeug oder eine Augenbinde für den Gitarristen - Sub7even boten leidenschaftliches Entertainment auf hohem Niveau und wurden vom ersten Song an begeistert gefeiert.
Gewaltige Groove-Gewitter und tonnenschwere Gitarrenriffs mit emotionalem Gesang und massenkompatiblen Songs zu kombinieren ist ein schmaler Grat, den hierzulande kaum eine Band so gut meistert wie die aus dem Ruhrgebiet stammende Gruppe. „Die ganze Stimmung hier ist super, die Leute hier sind wie eine große Familie, und für Sub7eben setzte ich mich immer ins Auto“, findet Stefan Tuppack (28), der eigens aus dem Sauerland angereist ist.
Einziger Wermutstropfen: Weder Vertreter der „Deutschen Krebshilfe“ noch Bürgermeister Herbert Napp als Schirmherr der Veranstaltung waren in den Further Ho gekommen. So musste die Übergabe des Konterserlöses von 1630 Euro notgedrungen ausfallen.
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