Neuss (NGZ). Neuss Sylvi, Ariadne und Fee haben sich richtig aufgetakelt, während Chrispe und Polarstern Gas geben: Nicht beim Discobesuch, sondern beim Anfahren der Neusser Wassersportvereine am Sonntag zeigten sich Sylvi und ihre Kolleginnen mit bunten Flaggen von ihrer besten Seite.
Im Sporthafen glänzte nicht nur das Wasser des Rheins in der Sonne, sondern auch die schmucken Schiffe, die es befuhren. Zahlreiche Zuschauer säumten Ufer und Stege, um die rund 120 Teilnehmer im Schatten des Fernsehturms in den Hafen einfahren zu sehen.
Ob das leuchtend rote Feuerwehrlöschboot „Alfons Krings“, die „Nautilus“- mit zwölf Metern das längste Gefährt - oder der „Shanty Chor“, der über sich den „blauen Himmel“ ausmachte und anschließend zum Hafenfest schipperte: Sie weckten die Vorfreude auf die Saison.
Ab Leverkusen gerudert
Vereine auf dem Rhein
Veranstalter des Anfahrens ist die „Arbeitsgemeinschaft Neusser Wassersportvereine“, Ausrichter waren am Sonntag der „Marine-Verein Neuss 1895“ und der „Marine-Regatta-Verein Stützpunkt Neuss“. Neben sieben Wassersportvereinen waren auch DLRG, DRK und THW auf dem Wasser.
Auch viele Radfahrer, die den Sporthafen als Ausflugsziel wählten, ließen sich (zumindest kurzzeitig) für einen anderen Sport begeistern und stiegen vom Rad: „Mal gucken, was hier los ist und wen wir hier kennen.“ Für Ursula Kugler gab es beim traditionellen Anfahren einen hohen Wiedererkennungswert: Sie wohnt unweit der Anlage und ist heute mit ihrer Tochter und den beiden Enkeln unterwegs. „Unser Älterer ist ja von den Booten fasziniert - obwohl er eigentlich Fußballer ist.“
Etwas weiter war die Anfahrt, die Guido Groß, Alexander Hollmann und Ivan Fast in dem Dreier-Ruderer ohne Steuermann „Nüsser Grenadiere“ zurückgelegt hatten. Als Franz-Josef Schäfer über Mikrofon berichtete, dass die drei heute in Leverkusen mit dem Ziel Neuss gestartet sind, war ihnen der Beifall für ihre rund 35 Kilometer lange Reise der Zuschauer sicher.
„Das Anfahren ist für die Vereine immer auch Mitgliederwerbung“, weiß Schäfer. Viele Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich unverbindlich zu informieren und entschieden sich später für eine Mitgliedschaft.
Beifall erntete auch Bürgermeister Herbert Napp für die offizielle Eröffnung der Wassersporsaison. Er wünschte allen aktiven Wassersportlern „immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“ sowie eine „schöne, d erlebnis- und erfahrungsreiche Saison.“ Dass könnte auch gelingen, weil die Fahrt für das neue Wassersport-Ausbildungszentrum im Neusser Süden frei ist: „Alle Grundstücke sind städtisches Eigentum, ich freue mich auf das Richtfest“, so der Bürgermeister.
Vor vier Wochen hatten die Wassersportler den Sporthafen erst gesäubert. Die starke Strömung hat wieder neuen Unrat mitgebracht, so dass die Ehrenamtler erneut anpacken müssen, meint Schäfer, Sprecher der AG Wassersportvereine.
Nachdem alle Boote angelegt hatten, wurde an Bord und an Land in den Bootshäusern das schöne Wetter genossen - mit kühlen Getränken und kräftiger Erbsensuppe, die der Betreuungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes beisteuerte. Denn das Anfahren machte nicht nur Sylvi und ihre Kolleginnen hungrig.
Am Montag in der NGZ:
Porträt Franz-Josef Schäfer
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