Special (NGZ). Neuss Dr. Gisela Götte ist ganz hingerissen. „Die Bilder geben dem Raum einen gewisse Heiterkeit, wirken sogar gegen die drückende Kassettendecke.“ Die Malerin Ines Hock hat dem Foyer des Clemens-Sels-Museum in der Tat eine ganz andere Atmosphäre verschafft, indem sie den unwirtlichen Betonwänden ein Bilderband verpasst hat, das - mit entsprechend geschickt gebündeltem Lichteinfall - ein Strahlen in den ansonsten eher grauen Raum hinein schickt.
Eröffnung
Zusammen mit der Schau „Bronzestreif am Horizont“ (Bericht auf Seite C 2) wird die Hock-Ausstellung am Freitag um 18 Uhr im Clemens-Sels-Museum eröffnet. Zur Finissage am 3. November wird eine Dokumentation erstellt.
„Lyrismen des Lichts“ heißt der passende Titel der Schau, die mehr eine Installation ist, denn Hoch hat das Farbband für den Raum konzipiert. Eine Vorgehensweise, die ihrer künstlerischen Arbeit überhaupt zugrunde liegt: „Es soll eine Atmosphäre entstehen, ohne dass es intendiert ist.“
Die in Köln lebende Künstlerin, die in Mainz, im amerikanischen Tucson und in Düsseldorf studiert hat, gibt allerdings zu, dass es eine „Herausforderung war, in diese Architektur etwas hineinzubringen“. Museumschefin Götte jedenfalls findet, dass die Arbeit von Hock den Raum verändert: „Der Besucher fühlt das und kann sich dadurch auch anders fühlen.“
Natürlich kann sie sich gut vorstellen, das Bildband anzukaufen und es im Foyer immer mal wieder in Abwechslung mit anderen Bildern aus dem eigenen Bestand auszustellen: „Aber wir können es nicht finanzieren.“ Immerhin aber hat sie vor einiger Zeit schon ein Bild von Ines Hock angekauft, das gewissermaßen für einen beliebigen Raum entstanden ist und zurzeit im Gartensaal des Museums hängt. Zudem wird die Installation im Foyer in einem Katalog dokumentiert, der bis zur Finissage der Schau fertig gestellt sein soll.
Über 40 verschiedene Ölfarben hat Ines Hock verwendet, die sie großzügig auf die Leinwand aufgetragen hat. Dabei hat sie das kleine Farbwunder vollbracht, ihre Bilder zugleich zart und kraftvoll wirken zu lassen. Von den insgesamt zwölf Bildern an den vier Wänden geht ein Strahlen aus, das den ganzen Raum einnimmt. Selbst dessen Proportionen verändern sich, weil das leuchtende Bildband im oberen Drittel der Wände angebracht ist und sogar die Kassettendecke vergessen lassen.
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