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Neuss: Louvre-Chef in Hombroich

VON HELGA BITTNER - zuletzt aktualisiert: 23.07.2010

Neuss (NGZ). Henri Loyrette, der Generaldirektor des Pariser Museums, hat sich über die Insel Hombroich und die Raketenstation führen lassen. Den 58-Jährigen interessierte nicht nur die Kunst, sondern auch die Struktur.

Henri Loyrette, Wilhelm Petzold und Pierre Korzilius (v.l.) beim Rundgang über die Insel Hombroich.   Foto:  Woi
Henri Loyrette, Wilhelm Petzold und Pierre Korzilius (v.l.) beim Rundgang über die Insel Hombroich. Foto: Woi

Jährlich über achteinhalb Millionen Besucher, ein Etat von knapp 250 Millionen Euro, 2200 Mitarbeiter, ein Bestand von rund 450.000 Kunstwerken (darunter die berühmte Mona Lisa): Weder mit Blick auf die Zahlen noch auf die Kunst kann die Museumsinsel Hombroich mit dem Pariser Louvre mithalten. Was also bewegt den Generaldirektor des meistbesuchten Museums der Welt, diesen relativ kleinen Kunstort in der Erftaue zu besuchen? Ob Form der Präsentation, Organisation, Finanzierung, Pflege der Natur – Henri Loyrette, seit 2001 Chef des Louvre, will alles wissen.

Dabei ist der Kunstwissenschaftler, der heute auch Manager sein muss, nicht zum ersten Mal auf der Insel. Irgendwann, vor mehreren Jahren, im Winter, als es kalt und kahl war, hat sich der 58-Jährige schon mal auf der Insel umgesehen. Aber nur kurz und ohne Führung. Jetzt gehört sein Besuch zu einer Rundtour, die den Franzosen durch die Kulturinstitutionen des Ruhrgebiets, aber auch nach Düsseldorf in die neu eröffnete Kunstsammlung und eben nach Hombroich führt.

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Der Louvre

Gründung Während der Französischen Revolution wurde dem früheren Königspalast erstmals die Bedeutung eines öffentlichen Museums zugestanden, das dann 1793 eröffnet wurde.

Die Sammlung Kunstwerke aus 2500 Jahren: griechische und römische Antikensammlung, italienische Renaissancemalerei, niederländische Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts sowie französische Malerei des 15. bis 19. Jahrhunderts.

Keine Hektik

Willi Petzold, Geschäftsführer der Stiftung Insel Hombroich, freut sich sichtbar über den prominenten Besuch. Zusammen mit Landschaftsgärtner Burkhard Damm führt er den Besucher zwar ein bisschen im Schnelldurchgang über die Insel, aber dennoch kommt keinen Moment Hektik auf. Der französische Gast scheint sich für jedes Wort zu interessieren, hakt nach oder kommentiert – etwa "nicht sehr viel", als Petzold den Zuschuss vom Land NRW mit 400 000 Euro angibt. Zum Vergleich: Knapp 47 Prozent des 248-Millionen-Etats des Louvre kommen vom französischen Staat.

Und Loyrette möchte auch noch einen Eindruck von der Raketenstation mitnehmen, obwohl der nächste Termin in Düsseldorf drängt. So reicht die Zeit auf der "Rakete" nur fürs Durchfahren mit dem Auto, aber auch so registriert er erstaunt und beeindruckt die Größe des Areals und die vielen ungewöhnlichen Gebäude wie das Haus der Musiker von Raimund Abraham oder das Siza-Haus.

Organisiert hat die insgesamt zweitägige Besuchstour der neue Direktor des Institut Français in Düsseldorf, Pierre Korzilius. Er kennt Loyrette noch von seiner Zeit am Musée d'Orsay, als Loyrette dort Direktor war. "Als ich nach Düsseldorf ging, haben wir die Idee von einer Besichtigungsreise entwickelt", sagt Korzilius. Der Schwerpunkt sollte auf den Institutionen des Ruhrgebiets liegen, denn der Louvre eröffnet in Lens, einer Bergbaustadt im Umbruch, eine Dependance. "Deswegen interessieren ihn Konzepte, die dazu beitragen, dass eine ganze Region die Institutionen trägt", so Korzilius. Gerade auch unter diesem Aspekt sei die Insel Hombroich für Loyrette "sehr, sehr interessant" gewesen.

Quelle: NGZ


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