Neuss (NGZ). Der Kaubonbon-Hersteller aus Neuss hat mit seinem Mutterkonzern Haribo die Wirtschaftskrise bisher ohne Blessuren überstanden. Neue Impulse bringt nun ein neues Produkt. Kölner Süßwarenmesse nicht besucht.
Mit dem "Schwarz-Rot-Gold Kracher" legt die Marke "Maoam" zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 ihre größte Neuheit in diesem Jahr auf den Ladentisch. Ab April sollen die Fruchtkracher in den Geschmacksrichtungen schwarze Johannisbeere (schwarz), Kirsche und (rot) Zitrone (gelb) in einer Fußball-Runddose in den Handel gehen. Eine Süßigkeit "Made in Neuss", die der Fachwelt noch nicht vorgestellt wurde. Denn zum zweiten Mal hat der Mutterkonzern Haribo, der 1986 die Marke Maoam übernahm, auf eine Teilnahme an der Internationalen Süßwarenmesse in Köln verzichtet. Die ging am Mittwoch zu Ende.
Fakten zur Firma
1930 erwarb Edmund Münster im Ausland die Lizenz für ein Kaubonbon ohne Gummi. Zuvor hatte der Düsseldorfer Lakritz hergestellt. 1982 wurde die Produktion von Düsseldorf an die Moselstraße in Neuss verlegt. 1986 übernahm der Bonner Süßwarenhersteller Haribo die Edmund Münster GmbH und damit die Marke. Maoam beschäftigt mehr als 350 Mitarbeiter.
In Branchenkreisen gilt die Kölner Messe "als wichtigste Drehscheibe für den Handel mit Süßwaren und Knabberartikeln", betont der Kölner Messechef Gerald Böse. Für Haribo allerdings hat die Messe diese Bedeutung verloren. "Auf Messen macht man keine Verträge mehr", erklärt Marco Alfter, Leiter der Haribo-Unternehmenskommunikation. Auch andere renommierte Firmen wie Mars oder Ferero würden so verfahren. Auch Neuheiten – und davon gebe es Jahr für Jahr 10 bis 15 bei Haribo – müsse man nicht mehr auf den großen Messen präsentieren, sagt Alfter. Im Gegenteil. "So können wir auch schneller und besser auf Trends reagieren", fügt er an. Wie beim "Schwarz-Rot-Gold Kracher".
Vor der Süßwarenmesse hatte die Branche die Nachricht verbreitet, dass die Süßwarenindustrie bis jetzt ohne größere Einbußen durch die Wirtschafts- und Finanzkrise gekommen sei. Die Produktion ging bundesweit um 2,3 Prozent zurück, der Umsatz sank um 0,6 Prozent. Diesen Trend kann Alfter für die Haribo-Unternehmensgruppe nur bestätigen. "Wir haben von der Krise nichts gespürt. Das Unternehmen konnte ein einstelliges Umsatzwachstum erzielen, damit sind wir sehr zufrieden." Das gelte auch für die eigenständige Marke Maoam.
Für sein Haus dementieren aber muss der Firmensprecher die Meldung, dass Süßes teurer wird. 2010 gebe es bei Haribo keine Preiserhöhung, und auch 2009 seien die Preise stabil geblieben.
Die Marke Maoam wird alleine am Standort Neuss produziert. 350 Mitarbeiter sind in der Fertigungsstätte an der Moselstraße beschäftigt. Sie stellen aktuell fünf Produktreihen dieser klassischen Kaubonbons ohne Gummi her: die "Kracher" in mehreren Geschmacksrichtungen, die flachen Kaubonbonstreifen (ChewTwo), die Mischpackung (MaoMix) und die gefüllten "Fruity Stixxs". Diese Bonbons waren die Neuheit des vergangenen Jahres und kommen, so Alfter, gut an. Das Hauptprodukt aber ist nach wie vor der Würfel. Kaubonbons in Päckchen, meist in fünf Geschmacksrichtungen zu einem Streifen gepackt.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.