Neuss/Düsseldorf (NGZO). Für insgesamt 60 Euro waren 15 Paar Billigsportschuhe im März 2009 über den Tresen eines Neusser Großhandelshaus gegangen. Doch weil jene Turnschuhe jeweils zwei Seitenstreifen trugen, soll dieses Geschäft den Chef (56) einer chinesischen Importfirma im Euromoda teuer zu stehen kommen.
Nach Anzeige eines Weltkonzerns, der für Sportschuhe mit zwei, drei oder vier Streifen weltweite Markenrechte besitzt, sollte der Händler vor dem Düsseldorfer Amtsgericht wegen Verletzung des Markengesetzes abgeurteilt werden. Seine Verkäuferin (55) sollte wegen Falschaussage auf die Anklagebank.
Sie hatte in einem Zivilprozess einen Verkauf dieser Streifen-Turnschuhe geleugnet. Doch nun ist die Frau unauffindbar, der Prozess daher geplatzt. Sportschuhe mit mehr als einem Seitenstreifen, die nicht vom Originalhersteller stammen, gelten als Fälschung, der Handel damit wird als Markenpiraterie verfolgt.
Das hat der weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller (Jahresumsatz fünf bis sechs Milliarden Euro) in etlichen Prozessen durchgesetzt. Durch Testkäufer lässt der Konzern seine Streifen-Rechte immer wieder überwachen. Im März 2009 wurde ein Detektiv in Neuss fündig. Weiße Turnschuhe der Marke "Shupai" mit rosa Applikationen und zwei schwarzen Streifen konnte der Privatfahnder freiweg kaufen. Der Konzern ließ den weiteren Verkauf solcher Schuhe stoppen und zeigte den Chef sowie dessen Verkäuferin an.
Da die Frau den Termin am Donnerstag aber sausenließ, will das Amtsgericht im Oktober erneut versuchen, den Fall zu verhandeln.
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