Neuss (NGZ). Neuss Die gesuchte Frau sollte kontaktfreudig sein, aufgeschlossen für Neues, teamfähig und außerdem Verantwortung für rund 7000 Frauen übernehmen wollen. Leider blieb die Bewerberin für diese Stelle Wunschdenken der Mitglieder der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd).
Die Stelle der Vorsitzenden des Stadtverbandes blieb auch am Donnerstag vakant. Ratlosigkeit herrschte bei den rund 50 Mitgliedern der kfd, die sich am Donnerstag Nachmittag in Büttgen trafen, um einen neuen Vorstand zu wählen.
Bereits bei der Frühjahrskonferenz im März herrschte Mangel an Kandidatinnen. Die Wahl wurde daher auf Oktober verschoben und sogar öffentlich ausgeschrieben - Quereinstieg für Neuzugänge nicht ausgeschlossen. Doch die große Verantwortung und der Zeitaufwand schreckt viele Frauen ab.
„Alle Frauen hier engagieren sich ehrenamtlich“, so Angela Linden, die im Dekanatsvorstand Süd tätig ist, „die Vorsitzende des Stadtverbandes hat eine Vielzahl von Aufgaben und ist gleichzeitig Mitglied im Kölner Diözesanausschuss. Schwierig also insbesondere für Frauen, die berufstätig sind und Familie haben.“
7000 Mitglieder
Die kfd in Neuss gliedert sich folgendermaßen: Der Stadtverband Neuss ist die Region 7 (Bezirk Nord) im Diözesanverband Köln und umfasst die Städte Neuss und Kaarst. Er hat etwa 7000 Mitglieder. Zum Stadtverband Neuss gehören die Dekanate Nord und Süd mit insgesamt 25 Pfarreien.
Der bisherige Vorstand des Stadtverbandes, bestehend aus Liesel Berktold, Brigitte Werbitzky und Ilse Ahle hatte bereits im März sein Amt niedergelegt. Seitdem trug ein Wahlvorstand doppelte Last. Er suchte weiterhin Kandidatinnen und führte die Geschäfte fort. Lediglich Ilse Ahle hatte übergangsweise ihre Aufgaben als Kassenverwalterin weiter fortgeführt. Erleichterter Applaus brandete auf, als sie sich auch am Donnerstag bereit erklärte, ihr Amt fortzuführen, bis eine endgültige Lösung gefunden ist.
Bleibt der Vorstand über einen längeren Zeitraum vakant, könnte dies Konsequenzen für den Stadtverband nach sich ziehen. Die beiden Jahreskonferenzen und der „Zentrale Gottesdienst“ des kfd könnten eventuell nicht organisiert werden, Freiwillige müssten einspringen. Entscheidender noch: Der Stadtverband hätte keinen Vertreter mehr im Diözesanausschuss, der die Neusser Interessen vertritt.
Möglicherweise könnte sogar eine Zusammenlegung mit anderen Stadtverbänden drohen. Das möchten die Frauen verhindern. Deshalb wurden am Donnerstag verschiedene Alternativen diskutiert. Der Ansatzpunkt dabei ist, etwas an den internen Strukturen zu ändern und die Arbeit des Vorstandes anders zu verteilen.
Ein Lösungsvorschlag sieht vor, die beiden Dekanate künftig zu einem Stadtdekanat zusammenzulegen. Dieses würde dann auch die Aufgaben des bisherigen Stadtverbandvorstandes übernehmen, den es in seiner bisherigen Form dann nicht mehr gäbe.
Die Idee soll nun an die Dekanatsleitungen weitergegeben werden, denn auch deren Wahlen stehen im nächsten Jahr an. Und auch dort zeichnen sich bereits Nachwuchssorgen ab. Die am Donnerstag anwesenden Delegierten bekamen erst einmal „Hausaufgaben“ auf, bis eine endgültige Lösung gefunden ist. Eine Auflistung mit verschiedenen Vorschlägen zur Neustrukturierung im Stadtverband soll in allen Pfarreien überdacht werden.
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