Neuss (NGZ). Neuss Einige Musicalmelodien haben sich in den Köpfen der Menschen festgesetzt, selbst wenn diese die entsprechenden Aufführungen nie live gesehen haben: „Memories“ aus „Cats“, „Don´t cry for me, Argentina“ aus „Evita“ und „Phantom of the Opera“ aus „Das Phantom der Oper“ sind nur drei Beispiele für weithin bekannte Musicallieder.
Damit die Erinnerung weiter bestehen bleibt, und um einen Einblick auch in neuere und weniger bekannte Musicals zu geben, präsentierte das Broadway Musical Orchestra in der Stadthalle gemeinsam mit den Sängern Georgina Chakos, Marion Musniol und Alexander DiCapri die bunt gemischte „Galanacht des Musicals“.
Natürlich dürfen an einem solchen Abend nicht die großen Produktionen des englischen Komponisten Andrew Lloyd Webber fehlen. So schallten eingängige Melodien aus „Jesus Christ Superstar“, „Cats“ und „Das Phantom der Oper“ durch die gut gefüllte Stadthalle. Musniol, Chakos und DiCapri scheuten sich nicht, die gesamte Bandbreite ihrer Stimmkraft auszunutzen - die hier und da leicht vom Weg abgekommenen Töne verklangen zwischen den Stuhlreihen.
Flirt mit den Gästen
Auch ein verpatzter Einsatz, ein frei erfundener Titel und zwischenzeitlich aussetzende Mikrophone brachten das gut gelaunte und wohlmeinende Publikum nicht aus der Ruhe. Freudig wippten die Zuschauer hin und her, klatschten ab und an mit und forderten am Ende sogar eine Zugabe.
Schließlich hört man sie immer wieder gern, diese kleine Geschichten erzählenden Lieder. „America“ aus Leonhard Bernsteins „West Side Story“ zum Beispiel, aber auch „Totale Finsternis“ aus „Tanz der Vampire“ und „Ich gehör nur mir“ aus dem Musical „Elisabeth“, das in Wien uraufgeführt wurde.
Das Broadway Musical Orchestra unter der Leitung von Jörg Iwer sorgte für einen soliden instrumentatorischen Hintergrund, vor dem die drei Berufssänger sich bewegten. Fröhlich und die Leidenschaft für die Welt des Musicals nur so versprühend leitete Musniol durch das Programm, DiCapri flirtete eifrig mit den Gästen, und Chakos zeigte sich in den verschiedensten farbenfrohen Kleidern.
Allen dreien ist ein sattes Selbstbewusstsein nicht abzusprechen, und das ist für eine Bühnenkarriere ja auch unerlässlich. Der Abend hat jedenfalls gezeigt, dass sie nicht aussterben werden - die Musicalmelodien, und dass es immer wieder Freude bereiten kann, sie zu hören.
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