Neuss (NGZ). Das Lukaskrankenhaus – eine städtische GmbH – soll seine Geschäftsfelder erweitern. Das Pflegeheim Herz-Jesu und drei Kindergärten kommen unter das "Lukas"-Dach. Wie Bürgermeister Napp den "Konzern Stadt" umkrempelt.
Das städtische Pflegeheim Herz Jesu, nahe dem Obertor gelegen, wird zum 1. Januar 2011 der Städtische Kliniken Neuss – Lukaskrankenhaus – GmbH übertragen. Der selbe Weg ist auch für zumindest drei städtische Kindergärten vorgezeichnet. "Wir werden der Sozialkonzern der Stadt", bestätigte Sigurd Rüsken den strategischen Zuwachs: "Das Herz-Jesu-Heim wandert mit allem, was es hat unter das Lukas-Dach." Zugleich spricht der "Lukas"-Geschäftsführer auch eine Garantie aus: "Jeder Mitarbeiter behält einen Arbeitsplatz. Jeder Mitarbeiter behält seinen Lohn."
Die Aufwertung des "Lukas" zum kommunalen Sozialdienstleister mit Krankenhaus, Pflegeheim und mehreren Kindergärten ist Teil einer umfassenden Strukturänderung. Bürgermeister Herbert Napp bereitet diesen Umbau des "Konzerns Stadt" vor. Das Rathaus sieht sich angesichts des strukturellen Haushaltdefizits zum Handeln gezwungen. Im laufenden Jahr muss ein Loch von 28 Millionen Euro verkraften werden. Napp: "Wir erwarten bereits im ersten Schritt Einsparungen von drei Millionen Euro."
Pflegeheim Herz-Jesu
Das Haus mit 105 Plätzen steht seit 1986 an der Straße Am Stadtarchiv nahe dem Obertor in Betrieb.
Seit 1968 leiten Schwestern des Sacre-Coeur-Ordens das Pflegeheim. Da es am Nachwuchs mangelt, kehren die Schwestern Ende des Jahres nach Kroatien zurück.
Neusser Oberin ist seit vielen Jahren Schwester Zvonimira.
Das Herz-Jesu-Kloster stand an der Promenade in Neuss. Das Gebäude wird heute von der Verwaltung als Büro genutzt.
Auch der Stadtwerke-Tochter Neusser Bäder und Eissporthalle (NBE) GmbH steht eine Geschäftsfeld-Erweiterung bevor. Sie soll demnächst die 16 städtischen Bezirkssportanlagen betreiben, und das (Platzwart-)Personal übernehmen. "Diese Verknüpfung kann Sinn machen", bestätigt Stadtwerke-Chef Heinz Runde die Überlegungen, "vor allem weil wir schon Grünflächen in unserem Portfolio haben." Seit einiger Zeit wird diskutiert, ob Neuss zu viele Sportanlagen hat. Runde mag keine Stellung beziehen: "Klarheit kann nur eine Bedarfsanalyse bringen." Auch eine Kooperation zwischen Bauverein und Gebäudemanagement zeichnet sich ab, die jeweils sechs Millionen Euro jährlich in die Instandhaltung investieren. Frank Lubig, Chef des Bauvereins, ist klar: "Da stecken Synergien drin."
Mit der angestrebten Umstrukturierung will Bürgermeister Napp den städtischen Haushalt von Personal- und Sachkosten entlasten. Gleichzeitig spricht er für die Mitarbeiter eine Arbeitsplatz- und Statusgarantie aus. Geht das?
Die Lenker der städtischen Tochtergesellschaften trauen sich das zu. Beispiel Herz-Jesu: Das Vorjahr schloss das Pflegeheim mit einem Verlust von einer Viertelmillion Euro ab – Tendenz steigend. Doch Sigurd Rüsken kündigt an, das Heim werde bald schwarze Zahlen schreiben. Er will demnächst Krankenhaus- und Pflegeheim-Küche zusammenlegen. Da die Schwestern, die seit 1968 das Heim leiten, ausziehen, um nach Kroatien zurückkehren, wird Fläche frei. Sie soll genutzt werden, um die Zahl der bisher 105 Plätze aufzustocken.
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