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Neuss: Napp will vierte Gesamtschule

VON KLAUS D. SCHUMILAS - zuletzt aktualisiert: 20.12.2011

Neuss (NGZ). Die dritte Gesamtschule ist gerade erst eröffnet, da spricht Bürgermeister Herbert Napp bereits von einer weiteren. Er wünscht sich sogar eine Schullandschaft nur mit Grundschulen, Gymnasien und Gesamtschulen.

Bürgermeister Herbert Napp stellte gestern bei der Jahrespressekonferenz Überlegungen zur Schullandschaft an, die für Aufsehen sorgen werden.  Foto:  L. Berns
Bürgermeister Herbert Napp stellte gestern bei der Jahrespressekonferenz Überlegungen zur Schullandschaft an, die für Aufsehen sorgen werden. Foto: L. Berns

Bürgermeister Herbert Napp sieht eine neue Gesamtschul-Diskussion auf die Stadt zu kommen. "Mit diesem Thema müssen wir uns über kurz oder lang befassen", sagte er gestern bei der traditionellen Jahres-Pressekonferenz. Ginge es nach ihm, dann wird es in Neuss zukünftig nur zwei Schulformen geben: Gymnasien und "funktionierende" Gesamtschulen. In einer ersten Reaktion äußerten sich CDU-Vertreter zurückhaltend.

Wenn es um die Gesamtschule geht, ist Napp (CDU) den Sozialdemokraten so nah wie bei kaum einem anderen politischen Thema. Er hatte parteiintern für eine Stimmungslage zwischen Aufregung und blankem Entsetzen gesorgt, als er sich vor wenigen Jahren für eine dritte Gesamtschule aussprach und damit Forderungen der SPD unterstützte. Weil er wesentlich bei der Errichtung der Gesamtschule Nordstadt mithalf, gilt der Verwaltungschef als einer der "Gründungsväter".

Info

Sekundarschule

Historie Sie ist ein Ergebnis des Schulkompromisses in NRW.

Inhalt Sie umfasst die Jahrgänge fünf bis zehn. Der Unterricht in Klasse fünf und sechs ist gemeinsam. Ab Klasse sieben ist eine Differenzierung möglich. Es gibt keine eigene Oberstufe, stattdessen eine Kooperation mit Gymnasium, Berufskolleg oder Gesamtschule.

"Die neue Gesamtschule macht mit ihrem hervorrangenden Leitungsteam einen guten Eindruck", sagte er gestern. Napp glaubt, dass die Nachfrage der Eltern für diese Schulform weiter wachsen wird. Er spricht von seiner persönlichen "Wunschvorstellung", in der er in Neuss zukünftig nur noch Gymnasien und Gesamtschulen sieht.

Eine Vorstellung, die für Andreas Hamacher, schulpolitischer Sprecher der CDU, zu weit geht: "Die Vielfalt in der Neusser Schullandschaft sollte erhalten bleiben, das ist auch Bestandteil des NRW-Schulkonsens." Weil er bezweifelt, dass es für eine vierte Gesamtschule ausreichend Oberstufenschüler gäbe, glaubt er eher an eine Sekundarschule. Die Schulausschussvorsitzende Stephanie Wellens (CDU) will erst die Anmeldeergebnisse zu den weiterführenden Schulen abwarten.

"Wir haben uns in der Schulwerkstatt darauf verständigt, erst dann die Situation zu diskutieren." Wellens ist der Meinung, dass die Neusser CDU eine erste Sekundarschule gegenüber einer weiteren Gesamtschule favorisieren würde. Unterstützung erfährt Bürgermeister Napp durch die SPD. Schul-Sprecherin Gisela Hohlmann findet den Ansatz mit nur noch zwei Schulformen richtig: "Ich bin sicher, dass die Schullandschaft sich in diese Richtung entwickeln wird. Die Veränderung ist bereits im Gang. Wir müssen überlegen, wie wir die Neusser Schullandschaft aufstellen wollen." Sie ist überzeugt, dass bereits das nächste Anmeldeverfahren Zahlen bringen wird, die für eine vierte Gesamtschule sprechen.

Quelle: NGZ/rl


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