Neuss (NGZ). Mit Zustimmung und im Auftrag der Assetis-Hausverwaltung will die Maklerin Bettina Flass-Muscat das Innenstadtquartier zu einem Zentrum für soziale und medizinische Einrichtungen entwickeln.
Den Meererhof durch eine neue Brille sehen: Dazu hat sich Bettina Flass-Muscat entschieden. Die Neusserin denkt also weniger an Einzelhandel, wenn sie an den leeren Schaufenstern entlang geht. Sie ist überzeugt, dass der Meererhof das Potenzial hat, ein Zentrum für soziale und medizinische Einrichtungen zu werden.
Mit einem entsprechenden Konzept konnte die Maklerin auch die Düsseldorfer Firma EPM Assetis überzeugen, die die Ladenlokale im Auftrag der West-LB verwaltet. Und einen Anfangserfolg kann Flass-Muscat auch verbuchen: Ein leeres Ladenlokal hat sie an die Neusser Tafel vermietet, die dort Büro und die neue Einrichtung Kindertafel auf dem Meererhof ansiedeln wird. "Wir renovieren schon. Am 1. Juli geht es los", bestätigte Rebecca Schuh, die Tafelvorsitzende
ZIN macht Angebot
Ausgangslage Der Meererhof ist in keinem der vier Innenstadtquartiere berücksichtigt. Grund: Es fanden sich keine Mitstreiter.
Angebot Der Meererhof ist eine wichtige Fläche, stellt ZIN-Sprecher Napp-Saarbourg klar. Die Einladung, die City mit zu entwickeln steht. "Wir sind ein offener Kreis."
Jutta Rupp nennt den Meererhof nur "unser Sorgenkind. Weil, wie die Objektverantwortliche bei Assetis erklärt, dieses Viertel "von allen stiefmütterlich behandelt wird". Von der Politik, aber auch von der Verwaltung. Alle würden sagen, man müsse mehr für den Meererhof tun, sagt sie. Statt dessen wurde der Weihnachtsmarkt abgezogen, das Hansefest klammert den Meererhof aus, und demnächst verlagert die Stadt ihr Seniorenforum ins Rathaus an der Promenade, wo nach dem Auszug der Arge die Sozialverwaltung gebündelt werden soll. Flass-Muscat, so Rupp, "war die Erste, die auf uns zu kam."
Die will auf Bestehendem aufbauen: Der VdK hat seine Geschäftsstelle von der Adolf-Flecken-Straße verlegt, der Paritätische Wohlfahrtsverband vergrößert sich und hat ein Nachbargeschäft für Büroräume angemietet, das Seniorenforum ist da. In diesem Umfeld könnte sich die Maklerin auch medizinische Einrichtungen wie Arzt- oder Massagepraxen vorstellen. Ihr größtes Pfund: Mieten um acht Euro pro Quadratmeter in einem ruhigen Innenstadtviertel – und viel Platz. Vor allem in dem ehemaligen Kreiskatasteramt, wo seit einem Jahrzehnt 3000 Quadratmeter auf zwei Ebenen leer stehen.
Diese Punkte erweitert Christoph Napp-Saarbourg, Vorsitzender der Zukunftsinitiative Innenstadt Neuss (ZIN), um den Aspekt Zukunft: "In dem Areal wird sich ohnehin etwas tun, wenn das Gelände der Münsterschule entwickelt und der Zugang zum Hafen geöffnet wird." Das werde Frequenz bringen. Dass mit der Initiative zu dem neuen Konzept, die er ganz prima findet, dem Handel Flächen entzogen werden könnten, sieht er nicht. "Flächen gibt es genug. Leerstand ist schlimmer."
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