Neuss (NGZ). Neun Klassenräume der Gemeinschaftsgrundschule "Die Brücke" können nach den Ferien und teilweise abgeschlossenem Umbau bezogen werden. Bis zum Jahresende sollen alle Baumaßnahmen abgeschlossen sein.
Eine Überraschung erwartet die Kinder und Eltern der Gemeinschaftsgrundschule "Die Brücke" zu Beginn des neuen Schuljahrs: Pünktlich zum Ende der Sommerferien ist die Sanierung und Umgestaltung der Fassade und neuen Fenster des Gebäudes weitgehend fertig.
Orangefarbene Rechtecke prägen neuerdings das Gebäude und geben ihm einen freundlichen, hellen Charakter. Vorbei sind die Zeiten, als Teile des Schulhofes gesperrt bleiben mussten, damit die Kinder nicht von den herunterfallenden Fliesen der alten Fassade verletzt werden. "Neun Klassenräume sind zum neuen Schuljahr fertig und können benutzt werden, sechs Klassen müssen vorübergehend noch in ihren provisorischen Unterkünften in Containern oder benachbarten Schulen unterrichtet werden", bilanziert die Krefelder Architektin Bettina Kempen. "Damit liegen wir mit den Arbeiten voll und ganz im Zeit – und auch im Kostenplan".
Hintergrund
Ferien-Arbeit Auf Hochtouren laufen Sanierungs- und Baumaßnahmen in Schulen und öffentlichen Gebäuden während der Sommerferien.
Kosten 8,2 Millionen Euro kosten die Umbauten an 13 Neusser Schulen während der Unterrichtspause. Auch in anderen öffentlichen Gebäuden werden die Ferien für Sanierung und Umbau genutzt, für rund 2 Millionen Euro.
Schon im Mai 2008 hat die Architektin mit zwei Partnern aus ihrem Krefelder Architekturbüro die Planung für Umgestaltung und Sanierung der Neusser Gemeinschaftsgrundschule begonnen. Eine Optimierung der Energieeffizienz des Gebäudes, das in den 60er Jahren ohne Wärmedämmung aus Betonfertigteilen errichtet wurde, zugige Fenster und ein undichtes Dach, nicht zuletzt die bröckelnde Fassade machten die gründliche Sanierung unumgänglich. "Dabei war es ein Glücksfall, dass zugleich die Gebäudehülle, die Fenster und Dach energiesparend saniert werden mussten", erläutert Kempen.
"Das gab uns die Chance, im Rahmen der Sanierung ohne Mehraufwand oder Mehrkosten auch Dinge zu verändern, die den Gesamtcharakter des Gebäudes prägen." Eine düstere Pausenhalle, große dunkle Schaukästen waren bislang nicht gerade einladend und nicht mehr zeitgemäß: "Wir konnten mit minimalstem Aufwand, etwa schlichtem Raumwechsel oder Lichtkuppeln im Dach, bislang recht dunkle Bereiche aufwerten und helle und freundliche Räume gestalten."
Die Eingangshalle, die bislang so düster war, dass ständig Lampen brannten, wurde zu einem lichtdurchfluteten Bereich, der jetzt über eine temporäre Bühne verfügt. "Wir haben eng mit dem Gebäudemanagement der Stadt und dem Schulleiter zusammengearbeitet und die konkreten Wünsche aufgegriffen, um die Funktionalität des Gebäudes zu verbessern", sagt die Krefelder Architektin. Bis Jahresende sollen alle Baumaßnahmen abgeschlossen sein. Insgesamt 5,2 Millionen Euro sind dann in die energetische Modernisierung der Schu
le geflossen, rund die Hälfte dieser Gelder kommen aus dem Konjunkturpaket II des Bundes. Für Lehrer und Schüler bietet die Sanierung die Chance auf besseres Arbeiten. Kempen: "Wir Menschen gestalten die Gebäude, in denen wir leben. Aber umgekehrt prägen die Gebäude auch das Verhalten der Menschen, die sich täglich darin aufhalten."
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