Neuss (NGZ). Rhein-Kreis Neuss Dieter Welsink strahlte Zuversicht aus gestern Abend kurz vor 22 Uhr: „Damit beschreiten wir neue Wege für den Sport“, meinte der alte und neue Vorsitzende des Kreissportbundes Neuss (KSB) am Ende der knapp dreistündigen Mitgliederversammlung. Möglich machen soll dies die neue Satzung, die von den Delegierten aus nur 54 der mehr als 400 Sportvereine des Rhein-Kreises verabschiedet wurde.
Nicht ohne eine eingehende Diskussion, für die hauptsächlich Wilhelm Fuchs verantwortlich zeichnete. Der Vorsitzende des Stadtsportverbandes Neuss, der angesichts der Formulierung des Paragrafen 4.2 „der Sportbund nimmt vorgenannte Aufgaben in Abstimmung mit den Stadt- und Gemeindesportverbänden wahr“ um die Eigenständigkeit der Stadt- und Gemeindesportverbände fürchtete, blieb letztlich der einzige, der dem neuen, in zweijähriger Arbeit mit Unterstützung von Experten des Landessportbundes erstellten Satzungswerks die Zustimmung verweigerte.
Bei fünf Enthaltungen wurde das Paragrafenwerk abgenommen, das nicht nur einen neuen Namen für die Interessenvertretung von gut 120 000 organisierten Vereinssportlern im Rhein-Kreis vorsieht. Der „Sportbund Rhein-Kreis Neuss“ wird künftig auch von einem nur noch sieben- statt 19-köpfigen Vorstand geführt, der aus dem Vorsitzenden, vier Stellvertretern, dem Vorsitzenden der Sportjugend und dem hauptamtlichen Geschäftsführer besteht.
Weil die Satzung zwar gestern Abend verabschiedet wurde, aber erst mit der nächsten Mitgliederversammlung in Kraft tritt, wurde der bisherige Vorstand mit dem in seine vierte Amtszeit gehenden Dieter Welsink an der Spitze noch einmal in seinen Ämtern bestätigt. Noch in diesem Jahr soll jedoch eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen werden, auf der der aktuelle Vorstand geschlossen zurücktreten und den Weg für Neuwahlen nach der neuen Satzung frei machen will.
Bis zur Debatte um diese Satzung hatte die Versammlung einen ausgesprochen harmonischen Verlauf genommen. Den einzigen Kritikpunkt bis dahin brachte Hans Sturm, Vorsitzender des TuS Hackenbroich und Vize-Bürgermeister der Stadt Dormagen, zur Sprache: „Es sind viel zu wenige Vereine hier. Und die, die fehlen, sind garantiert diejenigen, die hinterher wieder knatschen.“
Die mangelnde Resonanz stand im krassen Widerspruch zu den Inhalten der Grußworte. Denn egal, ob Kreisdirektor Hans-Jürgen Petrauschke oder Dagmar Hinnemann als Vizepräsidentin des Landessportbundes - sie alle betonten, „dass im Rhein-Kreis nicht nur über Sport gesprochen, sondern er auch tatsächlich praktiziert wird, und das in erheblicher Leistungsstärke“, wie Michael Scharf, Leiter des Olympiastützpunktes Rheinland, betonte.
„Bei uns führt der Sport kein Schattendasein mehr“, stellte auch Dieter Welsink in seiner (zu) lang geratenen Rede fest. Das verdankt er auch Menschen, die sich für den Sport engagieren: Jutta und Burkhard Zülow, Franz-Josef Schäfer, Tillmann Lonnes und Dr. Klaus-Jürgen Hildebrand wurden deshalb mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet.
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