Neuss (NGZO). Kirsten Adamek eröffnet in ihrem Wohnhaus in Holzheim eine Galerie mit dem Namen "amschatzhaus", in dem Ausstellungen, Lesungen und Performances stattfinden sollen. Als erstes sind dort Fotoarbeiten von Charlotte Kons zu sehen.
Eröffnung
Mit der Ausstellung von Charlotte Kons wird am Samstag, 5. Dezember, um 16.30 Uhr auch das "amschatzhaus" (Hauptstraße 18) offiziell eröffnet. Die Ausstellung läuft bis zum 20. Januar, geöffnet ist dienstags bis freitags von 14 bis 16.30 Uhr und nach Vereinbarung unter Telefon 0 21 31 / 525 19 20.
Holzheim Mit der ersten Ausstellung in ihrer neuen Galerie in Holzheim macht Kirsten Adamek schon deutlich, wo es künftig hingegen soll: zur Kunst, die abseits vom Gängigen "die Gegenwart kritisch reflektiert". Die Fotoarbeiten der Neusserin Charlotte Kons unter dem Titel "(ein)(zer)(blicke)" jedenfalls passen genau in dieses Raster, spielt die Künstlerin doch mit den Erwartungen des Betrachters und hat großen Spaß daran, sein Denken in eine Richtung zu führen, in die er gar nicht denken mag.
Das Geheimnis dieser Irritation ist Spiegelung, handwerklich perfekt gemacht gemacht und überraschend in der Auswirkung. Eine Detailaufnahme von ineinander verschränkten Händen, an denen jede Falte zu sehen ist, könnte nämlich auch ein nacktes gerupftes Hähnchen sein. Oder der Kopf mit Ohren, aber ohne Gesicht – Charlotte Kons muss selbst lachen, wenn sie an den möglichen Assoziationen denkt. Oder ein menschliches Profil, bei dem die Spiegelachse vor Auge, Nase und Mund verläuft – "ein Da-fehlt-alles-Bild", sagt Kons dazu.
Ebenso verblüffend sind ihre filigranen "Schattenbilder" von toten Insekten, die sie in der Sommersonne auf weißem Papier fotografiert hat, so dass sich jedes Härchen im Schatten abbildet oder auch aus einer Fliege schon mal eine Maus wird. "Da ist nichts nachträglich bearbeitet", betont Kons, die den Kontakt zu Kirsten Adamek über deren Mann, den Literaturwissenschaftler Dr. Enno Stahl, geknüpft hat. Mit ihrer anderen künstlerischen Arbeit, dem Schreiben von Kurzgeschichten und neuerdings einem Roman, passt Kons denn auch genau in das Tableau, das das "amschatzhaus" künftig ausmachen soll.
Stahl und Adamek, die Architektur studiert hat, als Kunstberaterin und zudem auch selbst künstlerisch arbeitet, haben an der Hauptstraße ein altes Haus gekauft, das einerseits das neue Domizil der Familie ist, aber eben auch ein "Aktionsraum" für Kunst jeder Art. Dass sie ihm den Namen "amschatzhaus" gegeben haben, hat eine simple Ursache: Unter Holzheimern wird das Gebäude als "Haus am Schatz-Haus" identifiziert, weil es nämlich neben dem Haus des bekannten Holzheimers Albert Schatz liegt, erzählt Adamek.
Schon als das Paar noch in Köln wohnte, hat es Kunst und Künstler "der subversiven Art" präsentiert, wie die 43-Jährige lachend sagt. Konzipiert allerdings mit dem Gedanken an Salon-Kultur, einem künstlerischen und gedanklichen Austausch in "Wohnzimmeratmosphäre". Zu den beiden Räumen im Erdgeschoss des Holzheimer Hauses passt das jedoch nicht, so dass Adamek jetzt in Richtung Aktion denkt. Und so wird es neben Ausstellungen dort auch Lesungen (das Paar hat noch einen kleinen Lyrikverlag) und Performances geben.
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