Neuss (NGZ). Die Stadt hat eine Broschüre aufgelegt, die zeigt, welches Wohnpotenzial in den kommenden Jahren im Großraum der Innenstadt noch vorhanden ist. Insgesamt sind es rund 800 Wohneinheiten, die entstehen könnten.
Die Innenstadt ist in. Viele Menschen zieht es in die City, weil sie dort wohnen möchten, wo sie fußläufig gut einkaufen und abends bequem ausgehen können. "In den letzten zehn Jahren ist die Innenstadt-Bevölkerung um 1400 Menschen gestiegen", sagt Waldemar Fröhlich aus dem Stadtplanungsamt.
Um dieser Nachfrage Rechnung zu tragen, ist es Ziel von Politik und Verwaltung, in der Innenstadt verstärkt Wohnmöglichkeiten anzubieten: zur Miete ebenso wie Eigentum. Gestern stellte die Stadt eine Informationsbroschüre vor, die zum einen die wichtigsten Neubauprojekte zwischen 1998 und 2010 vorstellt, aber vor allem Potenziale aufzeigt. Standorte, wo in den nächsten Jahren Wohnungen entstehen können. Das ist nicht wenig: Werden alle möglichen Wohnungen addiert, so bietet sich ein Potenzial von fast 800 Wohnungen im Großraum Innenstadt. Das belegt, dass die Innenstadt ein Schwerpunkt des Wohnungsbaus ist und bleibt.
Info-Broschüre
In Zusammenarbeit mit der Neuser Agentur H 1 ist die Informationsbroschüre "Mitten im Leben – Wohnen in der Innenstadt" mit einer Auflage von 2500 Exemplaren aufgelegt worden. Erhältlich ist sie im Planungs- und Bauordnungsamt, an der Info-Theke im Bürgeramt, in der Sparkasse und in der Stadtbibliothek.
Konkret geht es um folgende Standorte, die zeitlich unterschiedlich zur Verfügung stehen können:
Marienkirchviertel Areale in Baulücken, die in Privatbesitz sind, könnten von Investoren zwischen Hauptbahnhof und Stadthafen entwickelt werden (mögliche Wohnungszahl: 280)
Hamtorwall/Cremer-Tosetti Wegen der Situation mit dem dort vorhandenen Parkplatz und aus archäologischen Gründen ist es "schwierig" , so Planungsdezernent Stefan Pfitzer, dort ein Bauvorhaben voranzutreiben (20 Wohnungen).
Gielenstraße Das 4200 Quadratmeter große Areal neben dem Discounter bietet Raum für 40 Wohnungen.
Konrad-Adenauer-Ring Laut Verwaltung ist auf dem Kamillianer-Gelände ausreichend Platz für 60 Wohnungen.
Lützowstraße Nach dem Umzug der Musikschule ins Romaneum könnten auf dem 9000 Quadratmeter großen Areal 80 Wohneinheiten entstehen. Die Caritas plant dort auch Seniorenwohnungen.
Schiller-/Ecke Weberstraße Ab 2011 können nach dem Auszug des Finanzamtes auf diesem Areal rund 60 Wohnungen geplant werden.
Nordkanallee Nach Aufgabe des Alexius-Krankenhauses stehen dort 11,6 Hektar Bauland zur Verfügung. Wohnungspotenzial: 250 Wohneinheiten.
Die Stadt wendet sich mit dieser Broschüre vor allem auch an potenzielle Bauträger, die an der Entwicklung dieser Areale interessiert sind. Aber auch an Bürger, die beabsichtigen, in die Innenstadt zu ziehen. "Im Rahmen der City-Offensive ,Ab in die Mitte' war der ,Planungscontainer' ausgesprochen gut besucht", sagte Stefan Pfitzer. "Wir hatten dort rund 800 Gesprächskontakte." Für ihn ist offenkundig: "Es gibt eine starke Nachfrage nach gutem, aber bezahlbaren Wohnraum in der Innenstadt."
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