Neuss (NGZ). Neuss Die Köln Vivacon AG kauft 101 Wohnungen des Bauvereins im Bereich der Plank- und Ubierstraße, die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Hessen (GWH) übernimmt 212 Wohnungen in Vogelsang von der Stuttgarter Dewag. Zunehmend nisten sich offenbar auswärtige Unternehmen auch in den Neusser Wohnungsmarkt ein.
Mieter sind Mitglieder: GWG will ein Zuhause bieten
(lü) Die Gemeinnützige Wohnungs-Genossenschaft (GWG) Neuss wurde 1901 gegründet. Seither bietet sie ihren Mitgliedern ein lebenslanges Wohnrecht im qualitätsvollen, gemeinschaftlichen Wohneigentum und in lebendigen Nachbarschaften. „Mittlerweile hat die Genossenschaft“, sagt GWG-Geschäftsführer Stefan Zellnig, „den Wandel zu einem modernen Serviceunternehmen im Dienste ihrer Mitglieder vollzogen.“ Sein Geschäftsführer-Kollege Ulrich Brombach versucht zu erklären, wie sich dieser Wandel konkret auswirkt: „Wir sind bestrebt, den Service immer weiter zu verbessern und auszubauen, um unseren Mitgliedern nicht nur eine Wohnung zu bieten, sondern ein echtes Zuhause, in dem sie sich rundum wohl fühlen können.“ Für die nahe Zukunft kündigt er neue Angebote an: Erweiterung der Einzugs- und Umzugsserviceleistungen, Aufbau von Service- und Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche sowie Förderung junger Familien.
Zwei Einzeltransfers, die auf den ersten Blick in keinem Zusammenhang stehen. Das bewertet Ulrich Brombach jedoch anders. Der Geschäftsführer der Gemeinnützigen Wohnungs-Genossenschaft (GWG) spricht von einem Trend - nicht allein für Neuss, sondern für das gesamte Rheinland und somit also auch für Neuss.
Die Branche habe die Rheinschiene mit dem Kernbereich zwischen Düsseldorf und Köln als lukrativen Standort entdeckt. Stefan Zellnig, der gemeinsam mit Brombach das Geschäftsführer-Duo der GWG bildet, gibt zu: „Wir wissen doch längst nicht mehr, welche Spieler sich alle auf unserem Neusser Wohnungsmarkt tummeln.“
Für diesen Trend auf dem Wohnungsmarkt machen Brombach und Zellnig die guten Rahmenbedingungen verantwortlich: Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosenquote ist relativ gering, der Lebensstandard hoch - die Rheinschiene ist Zuzugsgebiet.
Die Folge: Nur wenige Wohnungen bleiben unvermietet. Der GWG fehlen nur für 0,36 Prozent ihres Bestandes von 3300 Wohnungen geeignete Mietinteressenten. Derweil schätzt Brombach den Leerstand andernorts höher, zum Beispiel „in Wuppertal auf rund 15 Prozent“. Welche Auswirkungen das Interesse der großen Wohnungsgesellschaften am rheinischen Markt haben können, vermögen Brombach und Zellnig nicht abschließend zu beurteilen.
Sie wollen vor allem mit Qualität im Wettbewerb bestehen. Sie modernisieren ihren Bestand. Vierzehn Millionen Euro investierte die GWG im Vorjahr - inklusive Zukäufe. Sie steckte somit 24 Euro je Quadratmeter 2007 in die Aufwertung ihres Bestandes; im laufenden Jahr werden es gar 41 Euro sein. Große, börsennotierte Unternehmen begnügen sich, so sagt Zellnig, mit einer Investition von acht Euro je Quadratmeter im Altbestand.
Als Beispiel einer aus ihrer Sicht gelungenen Modernisierung präsentieren Brombach und Zellnig GWG-Komplexe, die in den 1970er Jahren an der Neusser Weyhe errichten wurden. Fassade und Dach erhielten eine neue Dämmung, dazu wurden neue Kunststoff-Fenster mit Wärmeschutzverglasung eingebaut und eine neue Heizungsanlage in Gas-Brennwerttechnik installiert.
Rechnerisch sollen diese Maßnahmen dazu führen, dass sich für die insgesamt 122 öffentlich geförderten Wohnungen der Energiebedarf übers Jahr halbiert. Ob die errechnete Reduzierung auch tatsächlich erreicht wird, muss sich zeigen. „Die Fehlerquelle ist der Mensch“, sagt Stefan Zellnig. Sein Kollege Brombach rechnet derweil vor: „Erreichen wir das maximale Sparpotenzial, werden in der Wohnanlage 447 Tonnen weniger CO² produziert.“
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