Neuss (NGZ). Immer mehr Menschen studieren. Das lässt auch die fünf Hochschulen wachsen, die inzwischen am Standort Neuss präsent sind. Die meisten setzen auf eine Verbindung von Studium und Beruf oder Ausbildung.
Die Zahl der Studienanfänger in Nordrhein-Westfalens hat mit 115 000 eine Rekordmarke erreicht. Diese große Zahl, die gestern von Wissenschaftsministerin Svenja Schulze bekanntgegeben wurde, bedeutet für die Studierenden auch Nachteile. Volle Hörsäle ist einer davon. Angesichts dieser Bedingungen in den Universitätsstädten empfiehlt sich auch der Standort Neuss als Alternative.
Fünf Hochschulen sind schon präsent, eine sechste – die Europäische Fachhochschule med. für angewandte Gesundheitswissenschaften – ist im Aufbau, startet 2012.
Auch die Einrichtungen am Hochschulstandort Neuss wachsen im allgemeinen Trend, aber meist mit Augenmaß. "Wir wollen die persönliche Atmosphäre erhalten", erklärt zum Beispiel Carolin Böcking von der Europäischen Fachhochschule (EuFH) an der Hammer Landstraße eine selbst installierte "Wachstumsbremse". 100 Erstsemester ließen die Zahl der Studenten am Campus Neuss im Jahr zwei nach Gründung auf 220 wachsen. Nächstes Jahr werden 120 Studienstarter erwartet – die Obergrenze.
Neusser Unis im Netz
Fernuniversität www.fernuni-hagen.de/neuss/index.shtml
Hochschule Neuss für internationale Wirtschaft www.hs-neuss.de
Hessische Berufsakademie www.hessische-ba.de
Fachhochschule für Oekonomie und Management www.fom.de
Europäische Fachhochschule Neuss www.eufh-neuss.de
Einziger "Vollsortimenter" unter den Hochschulen am Ort ist die Fernuniversität Hagen mit ihrem Studienzentrum Neuss. Gegründet, um Interessenten ein Studium parallel zum Job zu ermöglichen, beobachtet die FernUni einen neuen Trend: "Wir haben immer mehr Studenten, die gleich nach dem Abitur zu uns kommen", analysiert Sprecherin Susanne Bossemeyer. "Wer Probleme hat mit Massen und eine persönliche Betreuung haben möchte, ist bei der Fernuniversität besser aufgehoben."
940 Erstsemester vom Niederrhein wollen von Zuhause aus an der Fernuni studieren. Diese Option, in der Heimatregion bleiben zu können, wird auch für andere Hochschulen ein Argument. Unter den 3000 Erstsemestern an der Hochschule Niederrhein (Vorjahr: 2300) etwa, die in Mönchengladbach und Krefeld Studiengänge in zehn Fachbereichen anbietet, sind 232 aus dem Kreis Neuss. Von den 12 000 Studenten insgesamt (Vorjahr: 10 800) machen sie eine 824 Köpfe zählende Gruppe aus.
Die Hochschule Niederrhein, so ihr Sprecher Christian Sonntag, baut zunehmend auf ein Modell, das Berufsausbildung und Studium kombiniert. "Ein Jahr länger, ein Abschluss mehr", wirbt er. Auf dieses Nebeneinander von Beruf und Studium bauen auch die anderen Hochschulen in Neuss; allesamt Spezialisten, die allerdings bis zu 630 Euro monatlich an Studiengebühren verlangen.
Neben der EuFH, die branchenspezifische Studiengänge in den Bereichen Handel, Industrie und Logistik anbietet, sind das die Hessische Berufsakademie, die seit 2010 am Hammfelddamm Ingenieurstudiengänge ermöglicht, und die auf angewandte Wirtschaftswissenschaften spezialisierte Hochschule für Oekonomie und Management (FOM). Die ist seit elf Jahren am Standort und zählt unter ihren 700 Studenten 120 Erstsemester.
Die Hochschule Neuss für internationale Wissenschaften, als einzige in Neuss gegründet, ist am stärksten wachsende. Nach neun im ersten und 18 im zweiten Jahr ihres Bestehens nahm sie in diesem Jahr 52 Erstsemester auf. Nächstes Jahr, so Sprecherin Claudia Riepe, sollen es bis zu 100 werden. Die räumliche Erweiterung läuft.
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