MG Rover Deutschland GmbH (NGZ). Nach der Bankrott-Ankündigung des Mutterkonzerns in England bleibt den 55 Beschäftigten der MG Rover Deutschland GmbH in Neuss noch ein Hoffnungsschimmer.
Die als Verwalter bei MG Rover in Longbridge bei Birmingham eingesetzten Sanierungsexperten und auch britische Politiker sehen noch - wenn auch geringe - Chancen auf Rettung für den traditionsreichen Automobilhersteller. Premierminister Tony Blair, so wurde Sonntag gemeldet, hält eine Vereinbarung mit dem chinesischen Konzern Shanghai Automotive Industry Corporation (SAIC), wie sie Ende vergangener Woche überraschend geplatzt war, immer noch für möglich.
Blair und sein Finanzminister Gordon Brown sollen entsprechende Gespräche mit der chinesischen Regierung geführt haben. Parallel dazu meldeten die Sanierungsberater, dass sich bereits einige Interessenten für MG Rover und die Tochterfirma Powertrain, die Motoren produziert, gemeldet hätten. Die Hoffnung der Gewerkschaften, die die 6 000 MG Rover-Beschäftigten sowie die rund 15 000 Arbeiter bei Zulieferfirmen in England vertreten, aber auch der Beschäftigten bei MG Rover Deutschland in Neuss stützt sich jetzt auf die eingesetzten Verwalter:
Soll MG Rover eine Zukunft haben, muss es ihnen gelingen, die Ende vergangener Woche wegen fehlender Zulieferung von Teilen gestoppte Produktion wieder in Gang zu bringen. Steht die Produktion für eine längere Zeit, wird nicht nur die Übernahme des Werks in England durch finanzstarke Investoren immer unwahrscheinlicher. MG Rover Deutschland müsste dann - wegen des fehlenden Nachschubs neuer Autos - seine Vertriebstätigkeit einstellen (die NGZ berichtete).
Hoffnung hatte zunächst die Aufforderung der Konzernleitung geweckt, dass alle MG Rover-Beschäftigten heute wieder zur Arbeit erscheinen sollten. Inzwischen steht jedoch fest, dass damit nicht gleichzeitig wieder die Produktion aufgenommen wird. In einer ersten Reaktion auf die existenzbedrohenden Probleme bei MG Rover äußerte sich Kreiswirtschaftsförderer Jürgen Steinmetz betroffen über die Nachrichten aus Großbritannien.
„Sollte MG Rover aufgeben müssen, wäre damit mehr verbunden als der - in der heutigen Zeit natürlich besonders schwer wiegende - Verlust von Arbeitsplätzen.“ MG Rover sei durch die Deutschland-Zentrale in Neuss ein beachtlicher Image-Träger für den gesamten Rhein-Kreis und eines der Unternehmen, mit denen sich in aller Welt werben lasse. Sollte eine solche Firma verloren gehen, treffe dies doppelt hart, zumal die Gründe für ein mögliches Scheitern nicht am Standort und damit außerhalb jeder lokalen Einflussnahme lägen. ki
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.