Neuss (NGZ). Neuss sucht den Schulfrieden und die Antwort auf die Frage, wie die Schullandschaft künftig aussehen soll. Die soll Politik, Verwaltung und Schulleiter in einem "Schulgipfel", einer Zukunftswerkstatt Schule, finden. Wann diese Gespräche, die der Stadtrat beschloss, beginnen, ist noch unklar: "Wir werden Ende der Woche überlegen, welcher Termin günstig ist", sagt Schuldezernentin Christiane Zangs. Nach turbulenten Monaten mit Gründung einer dritten Gesamtschule und den künftigen Schließungen von zwei Haupt- und einer Realschule soll ein nachhaltiges Konzept entwickelt werden.
Dabei schauen die Neusser Verantwortlichen gespannt nach Berlin und Düsseldorf, wo zurzeit (ebenfalls) ein Konsens gesucht wird. Die dortigen Entwicklungen werden stark die Entscheidungen in Neuss beeinflussen. Wohin die Reise in Neuss geht ist völlig unklar. Fest steht für Reiner Breuer, Fraktionsvorsitzender der SPD, dass auf Landesebene die Rahmenbedingungen für das weitere Handeln auf lokaler Ebene festgelegt werden. "Erst dann macht ein Schulgipfel überhaupt Sinn", sagt Breuer. Für Neuss sieht er "eine Art Verbundschule, mehr integrierte Systeme und mehr Flexibilität". Die CDU, die im Rat die Mehrheit stellt, will keine Schnellschüsse: "Wir sollten zwar jetzt Konzepte überlegen, um gerüstet zu sein", sagt die Schulausschuss-Vorsitzende Stephanie Wellens. "Aber dann erst einmal die Anmeldezahlen für die Haupt- und Realschulen im nächsten Jahr abwarten." Eine Zusammenlegung dieser beiden Schulformen zur "Oberschule" steht sie offen gegenüber, eher als einer vierten Gesamtschule, für die Wellens Probleme sieht, genügend Schüler für eine Oberstufe zu finden.
Mit zwei klaren Prämissen sieht die FDP den Gesprächen entgegen: "Das Gymnasium ist unter allen Umständen zu erhalten und die Gemeinschaftsschule ist nichts für Neuss", sagt Fraktionsvorsitzender Heinrich Köppen. Seiner Auffassung nach braucht Neuss ein "begabungsgerechtes Schulsystem". Die Hauptschule werde in ihrer Existenz nicht zu halten sein, glaubt er. Noch nicht in ihrer Meinungsbildung abgeschlossen sind die Grünen, die am kommenden Montag sich dem Thema intensiv widmen wollen. Deren schulpolitischer Sprecher Dieter Zander sieht in der Gemeinschaftsschule "derzeit für Neuss kein sinnvolles System".
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