Neuss (NGZ). Neuss/Kevelaer „Das Herz muss Hände haben, die Hände ein Herz“: Das war der Wahlspruch von Schwester Notburga Lindgens, ihr Selbstverständnis. So lebte die Oberin der kleinen Gemeinschaft der Aachener Elisabethinnen im Neusser St. Alexius-Krankenhaus.
Ein tragischer Autounfall am Dienstagnachmittag setzte diesem Leben ein Ende. Schwester Notburga verunglückte im Marienwallfahrtsort Kevelaer, wo sie sich auf ihr 40-jähriges Ordensjubiläum vorbereiten wollte, das sie in den nächsten Tagen gefeiert hätte.
Schwester Notburga Lindgens saß am Steuer eines Wagens, der auf ihre Kongregation in Aachen zugelassen war. Dort steht das Mutterhaus des fast 400 Jahre alten Ordens.
Mit ihr fuhren drei weitere Ordensfrauen dieser Gemeinschaft, die allerdings nicht mit ihr im Neusser Konvent lebten. Zwei von ihnen überlebten schwer verletzt, eine 63-jährige Nonne überstand das Unglück mit leichten Verletzungen. Für die 65-jährige Schwester Notburga kam jede Hilfe zu spät. Sie starb am Unfallort.
Ersten Erkenntnissen der Rettungskräfte vor Ort zufolge war die Ordensfrau mit ihrem Auto einem vorausfahrenden Wagen gefolgt, in dem ebenfalls Ordensfrauen saßen. Dabei übersah sie einen 17 Tonnen schweren Lastwagen, der Vorfahrt hatte. Der Lastwagen rammte den Wagen seitlich, Fahrerin und Beifahrerin wurden eingeklemmt und mussten von der Feuerwehr befreit werden.
Die Nachricht von dem Unfall der Ordensfrauen wurde zunächst im Radio verbreitet. Dort hörte sie auch Heidrun Schlenck, die im Alexius-Krankenhaus arbeitet. „Ich dachte, dass werden doch nicht unsere Schwestern sein“, fuhr es Schlenck durch den Kopf, doch im Alexianerkloster, wo die Elisabethinnen einen eigenen Trakt bewohnen, war die Katastrophe schon bekannt.
Seit sechs Jahren war die in Mönchengladbach tätige Ordensfrau in Neuss, leitete als Oberin den zuletzt nur noch vier Nonnen zählenden kleinen Konvent der Aachener Elisabethinnen.
Die kamen 1975 zum St. Alexius-Krankenhaus und waren dort in allen Abteilungen tätig. Schwester Notburga arbeitete im Altenpflegeheim Johannes von Gott des Ordens. „Fröhlich, herzlich und den alten Leuten zugewandt“ sei Schwester Notburga gewesen, beschreibt Schlenck eine im ganzen Haus beliebte Frau. Trotz ihrer 65 Jahre sei sie eine im Herzen junge Frau gewesen.
Wann und wo Notburga Lindgens beigesetzt wird, ist noch offen. Aus dem Mutterhaus war keine Stellungnahme zu erhalten.
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