Neuss (NGZ). Neuss Wer erst seit kurzer Zeit in Neuss lebt, kennt ihn nur als ein ödes Areal, auf dem ein paar Autos parken und größere Löcher mit ebenso großen Planen zugedeckt sind: der ehemalige, stark frequentierte zentrale Omnibusbahnhof. Er wurde vor Jahren nahezu aufgelöst, die Endhaltepunkte dezentralisiert, zum Beispiel zur Stadthalle, zum Beispiel ins Rheinparkcenter. Die Bemühungen, ihn endgültig in den Geschichtsbüchern verschwinden zu lassen, sind jedoch gescheitert.
Alleine fünf Linien steuern ihn indirekt heute noch an. Das sind die Linien 870 (von Jüchen über Grefrath kommend), 872 (Rommerskirchen, Speck/Wehl), 873 (Dormagen, Speck/Wehl), 875 (Zons, Grimlinghausen) und 877 (Grevenbroich, Kapellen, Holzheim). Der Haltestelle auf der Straße am Kehlturm direkt gegenüber liegt der Parkstreifen vor dem Landestheater, wo die Fahrer ihre Pause einlegen können. Das wird vorerst auch so bleiben.
Während die Planungsverwaltung mit Bürgermeister Herbert Napp an der Spitze, ebenso die Bündnisgrünen, sich für eine Verlagerung dieser Linien zur Karl-Arnold-Straße (ehemals Zufuhrstraße) stark machen, votierten die beiden großen Fraktionen, CDU und SPD, dagegen. „Wir haben gravierende Bedenken“, sagt Karl Heinz Baum christdemokratischer Vorsitzender des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung. Konkret geht es darum: Für diese restlichen Buslinien wird seit Jahren ein Endhaltepunkt gesucht. Die Verwaltung hatte die ehemalige Zufuhrstraße vorgeschlagen. Dagegen r
Zufuhrstraße
Die frühere Zufuhrstraße versprüht, auf der Rückseite des Hauptbahnhofs gelegen, wenig Charme. Noch. Denn sie soll einmal das Baugebiet südliche Furth erschließen und wird daher umfangreich saniert und umgebaut. Vor allem die Kanäle müssen dringend angegangen werden. Aber auch breitere Bürgersteige werden angelegt, ebenso Parkstreifen.
egte sich Widerstand: „Die Busse müssen die zu enge Kurve von der Further Straße in die Karl-Arnold-Straße nehmen. Auf dem Rückweg kann es beim Linksabbiegen in die Further Straße dort zu größeren Rückstaus kommen“, so Baum. Auch die CDU-Mitglieder der Nordstadtkonferenz machten intern mobil.
Im Rathaus waren die Experten anderer Meinung und sprachen von „keinen wesentlichen Auswirkungen auf den Verkehrsfluss in der Further Straße“. Dies könne angesichts des Stundentaktes, in denen die fünf Regionalbuslinien fahren, lediglich in „Einzelfällen“ vorkommen.
Auf der Suche nach einer alternativen Lösung brachte die Verwaltung die Idee in die Diskussion, die Regionalbuslinien zwar in die Karl-Arnold-Straße hinein- aber nicht mehr herausfahren zu lassen. Die Ausfahrt sollte über die Salzstraße erfolgen, die Busse dann nach rechts Richtung Theodor-Heuss-Platz fahren und dabei die Straßenbahnschienen nutzen. Was zunächst gut klingt, ist auf den zweiten Blick (zu) teuer: Die Salzstraße müsste saniert werden, ebenso die Gleistrasse der Straßenbahn. Sie müsste zudem um mindestens 30 Zentimeter auf jeder Seite verbreitert werden. Zu aufwendig, zu teuer, hieß es auch aus der Verwaltung.
Eine Verlagerung dieser Linien hätte auch dazu geführt, dass die Stadt hätte tiefer in die Tasche greifen müssen. Denn ein längerer Linienweg führt zu höheren Betriebskosten. Diese werden jedoch nicht durch die prognostizierten zusätzlichen Fahrgäste abgedeckt. Dass eine Umgestaltung des Busbahnhof-Areals eine neue Diskussion um den Endhaltepunkt der Regionalbuslinien bringen wird, glaubt Baum nicht.
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