Neuss (NGZ). Es ist ein Fall, der viele Menschen fassungslos macht: Ein 40 Jahre alter Mann muss sich ab Donnerstag (10.30 Uhr, Saal 103) vor dem Neusser Amtsgericht verantworten. Er soll ein erst sechs Jahre altes Mädchen immer wieder sexuell missbraucht haben.
Zwischen 2002 und 2009 soll es zu einer Vielzahl von Übergriffen auf die heute 13 Jahre alte Jugendliche gekommen sein. Jetzt droht ihrem Peiniger eine Gefängnisstrafe.
Laut Anklage hatte sich der Neusser vor mittlerweile acht Jahren angeboten, um auf die damals sechs Jahre alte Katharina (Name geändert) aufzupassen. Die Mutter des Mädchens machte damals eine Umschulung, sie war froh über die Hilfe ihres Bekannten. Sie vermutete ihre Tochter in guten Händen, da sich das kleine Mädchen obendrein auch bestens mit der damaligen Freundin des jetzigen Angeklagten verstand.
Doch statt auf die Sechsjährige aufzupassen, soll sich der Mann immer wieder an ihr vergangen haben. Die Missbrauchsserie riss laut Ermittlungen auch nicht ab, als der Angeklagte mit seiner Freundin in die Eifel zog. Der mutmaßliche Täter und sein Opfer blieben in Kontakt, weil Katharina fortan laut Justiz immer wieder im Haus der Familie ein paar Tage Urlaub machte oder dort zu Besuch war. Dementsprechend soll es auch in dem Haus in der Eifel zu weiteren Missbrauchstaten gekommen sein. Beendet wurde die schreckliche Serie erst, als sich das Mädchen Ende 2009 seiner Mutter anvertraute und diese anschließend Anzeige erstattete.
Sieben konkrete Taten hat die Staatsanwaltschaft Düsseldorf nun angeklagt, in diesen Fällen konnte sich die heute 13-Jährige offenbar noch gut an Einzelheiten erinnern. Eine Vielzahl mutmaßlicher weiterer Fälle wurde eingestellt. Sachverständige haben das Mädchen inzwischen auch untersucht und ihr attestiert, dass ihre Angaben glaubwürdig sind. Der mutmaßliche Täter hat bis dato zumindest einen Großteil der Übergriffe eingeräumt.
Für den Prozess hat das Jugendschöffengericht um Richter Heiner Cöllen zunächst einen Verhandlungstag angesetzt. Ob das Mädchen als Zeugin aussagen muss, ist noch unklar. Mit einem umfassenden Geständnis nämlich könnte der Angeklagte der Jugendlichen eine Aussage ersparen. Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft.
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