Neuss (NGZ). Vielen Neussern ist ihr Stadtpatron wichtig – das zeigten sie am Sonntag Abend bei der gut besuchten Reliquienschrein-Prozession rund um das Quirinus-Münster. Die positive Bilanz der Quirinusoktav bestätigt das.
Etwa 800 Besucher feierten in der Basilika St. Quirin am Sonntag Abend das Quirinusfest. Zu Ehren des Stadtpatrons, des heiligen Quirinus, versammelten sich weitere rund 300 Zuschauer am Münster zur Reliquienschrein-Prozession. In seiner kurzen Predigt hatte Raphael Bahrs OSB, Abt der Benediktinerabtei Siegburg, gefordert, den Glauben hinauszutragen: "Gott hilft, die Tiefen des Lebens zu überwinden."
Er bat: "Möge der heilige Quirinus seine schützende Hand über Pfarrei und Stadt halten!" Und da, laut Oberpfarrer Msgr. Guido Assmann, der heilige Quirinus in Neuss für das Wetter zuständig sei, hörte der Regen auch auf – rechtzeitig zur Prozession mit den Ehrengästen Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der einem Messdiener, dem schlecht geworden war, geholfen hatte, Vize-Bürgermeister und Schützenpräsident Thomas Nickel, dem Kaarster Bürgermeister Franz-Josef Moormann und dem Neusser CDU-Chef Jörg Geerlings. Und viele Neusser bekundeten, dass ihnen der Quirinus am Herzen liegt.
Quirinus-Schreine
Erster Schrein Bis 1585 ruhten die Gebeine in einem Schrein, der bei der Plünderung zerstört wurde.
Zweiter Schrein Der Nachfolger-Schrein von 1597 ist im Clemens-Sels-Museum ausgestellt.
Dritter Schrein 1900 wurde der aktuelle Reliquien-Schrein als Stiftung Neusser Bürger angefertigt.
Das bestätigt Oberpfarrer Assmann, der eine positive Bilanz der dritten Wallfahrts-Woche "Quirinusoktav" zog: "Es ist schön, zu sehen, dass sich hunderte Neusser auf den Weg zum heiligen Quirinus machen." Kindergarten- und Schulkinder haben ebenso wie die kfd von Neuss-Mitte und Goldhochzeits-Paare in der vergangenen Woche eine eigene Messfeier besucht.
Insgesamt waren es 50 verschiedene Messen, Andachten und Besuche am Schrein. Zum ersten Mal machten die "Schwalben & 2-Taktfreunde Neuss" bei der Wallfahrt mit. Assmann segnete am Samstag 30 Moped- und Motorradfahrer und ihre Zwei- und Dreiräder: "Gott gibt die Zusage, er ist bei uns und verlässt uns nicht – aber durch den Segen wird das Motorrad nicht schneller und auch nicht sicherer." Die Initiatoren Ralf Lettgen aus Grevenbroich und Sven Müller aus Weckhoven waren begeistert.
"Alle Gruppen sollen sich in der Kirche des Stadtpatrons willkommen fühlen", erklärte Assmann. Besonders begeistert zeigten sich hunderte Kinder, die mit selbst gemachten Schildern und Fahnen ins Münster einzogen. "Quirinus ist in vielen Neusser Herzen verankert, nicht nur in der Innenstadt", sagte der Oberpfarrer. Und so wird es 2011 sicher eine vierte Quirinusoktav geben. Ob die Motorrad-Freunde wieder dabei sind, wird sich zeigen – Interesse ist bereits bekundet.
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