Kommentar (NGZ). Not macht erfinderisch. Wie richtig der Volksmund liegt, beweisen die klammen Städte. So will der Neusser Bürgermeister weitere städtische Aufgaben aus der Rathaus-Kernverwaltung lösen und in die privatwirtschaftlichen Strukturen der Tochtergesellschaften geben.
Wenn die GmbH-Chefs von den Stadtwerken bis zum "Lukas" in der Übernahme von defizitären Pflegeheimen und Sportanlagen auf Anhieb Gewinnpotenzial erkennen, bleibt nur Verwunderung: Warum wird bisher weniger effizient gewirtschaftet? Die unbequeme Antwort ahnt jeder, aber keiner spricht sie aus, zumindest kein Politiker: Die öffentlich-rechtliche Verwaltung kennt weder den Leistungsdruck noch die Angst um den Arbeitsplatz aus der Privatwirtschaft.
So ist die vom Bürgermeister angestrebte Strukturveränderung auch ein Beitrag zur gesellschaftlichen Gerechtigkeit.
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