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Neuss: Rauchmelder werden Pflicht

VON HANNA KOCH   - zuletzt aktualisiert: 08.02.2012

Neuss (NGZ). Die Landesregierung plant, den Einbau von Rauchmeldern zur Pflicht zu machen. Die Neusser Feuerwehr begrüßt die Pläne, Hausbesitzer sind jedoch skeptisch. Die Wohnungsbaugesellschaften nehmen die Pflicht bereits ernst.

Feuerwehrchef Peter Schöpkens begrüßt die geplante Rauchmelderpflicht. Denn die kleinen weißen Geräte können im Ernstfall Leben retten.  Foto:  woi
Feuerwehrchef Peter Schöpkens begrüßt die geplante Rauchmelderpflicht. Denn die kleinen weißen Geräte können im Ernstfall Leben retten. Foto: woi

Jedes Jahr ist die Neusser Feuerwehr in der Stadt unterwegs, um am "Rauchmeldertag" für die kleinen weißen Geräte zu werben, die im Ernstfall leben retten können. Tausende Rauchmelder haben durch die Aktion in den vergangenen Jahren den Besitzer gewechselt – dennoch ist noch längst nicht jeder Neusser Haushalt mit einem oder mehreren Rauchmeldern ausgestattet.

Wenn es nach dem Willen von NRW-Bauminister Harry Voigtsberger (SPD) geht, soll der Einbau der lebensrettenden Geräte bald Pflicht werden. Das haben Voigtsberger und sein Parteikollege, Landesinnenminister Ralf Jäger, angekündigt. Hintergrund ist ein verheerender Brand in Aachen, bei dem drei kleine Kinder ums Leben gekommen sind.

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Rauchmelder

Geräte Rauchmelder sollten in jedem Schlaf- und Kinderzimmer sowie in Fluren installiert werden.

Montage Die Rauchmelder sollten in waagerechter Position unter der Zimmerdecke, möglichst in der Raummitte, angebracht werden, raten Brandschutzexperten.

Feuerwehrchef Peter Schöpkens begrüßt das Vorhaben: "Rauchmelder retten Leben", meint er und verweist darauf, dass es in Nordrhein-Westfalen immer noch zu viele Brandopfer gibt. Eine Katastrophe wie in Aachen habe es aber seit mehreren Jahren nicht mehr gegeben, so Schöpkens. "Aber gerade dort, wo kleine Kinder spielen, sollten Eltern Rauchmelder aufhängen", sagt Schöpkens.

Die Pflicht dazu soll im Herbst dieses Jahres kommen – Eigentümerverbände wie Haus & Grund fürchten Bürokratie und lehnen die Rauchmelderpflicht allerdings ab. "Damit würde lediglich ein weiteres nicht überprüfbares bürokratisches Instrument geschaffen", sagt der Verbandsdirektor von Haus & Grund Rheinland, Erik Uwe Amaya. Dabei sind Rauchmelder in einigen Wohnungen bereits Pflicht – nämlich in öffentlich gefördertem Wohnraum (die so genannten Sozialwohnungen).

Das ist einer der Gründe, warum etwa der Neusser Bauverein bereits 21 000 Rauchmelder in seinem Bestand verbaut hat, nicht nur in Wohnungen, sondern auch in Kellern und Fluren, wie Vorstandsvorsitzender Frank Lubig betont.

Auch bei der GWG sind Rauchmelder Teil des Brandschutzkonzepts: Rund ein Drittel der 3300 Genossenschaftswohnungen seien mit Rauchmeldern ausgestattet, schätzt Vorstand Stefan Zellnig. Von Mieterseite wird das begrüßt: "Grundsätzlich ist die Rauchmelderpflicht eine gute Sache", sagt Hermann-Josef Friedrichs, Rechtsberater im Neusser Büro des Mietervereins Düsseldorf.

Nur dürften die Kosten nicht auf die Mieter umgelegt werden, fordert Friedrichs. Beim Bauverein ist dies bereits der Fall: 1,67 zahlen die Mieter pro Monat in ihren Nebenkosten für Einbau und Wartung der Geräte. Frank Lubig hält das für angemessen: "Es ist ein geringer Betrag wenn man bedenkt, das damit lebensrettende Sicherheit eingekauft wird."

Quelle: NGZ/rl


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