Neuss (NGZ). Ein Hitzeschlag oder "ein plötzlicher Wahnsinn" trieb die Ritter beim großen Neusser Turnier in ein brutales Gemetzel. Von bis zu 100 toten Edelleuten wurde berichtet. Das war im Jahr 1241. Und am kommenden Wochenende ist es so weit: Nach rund 770 Jahren findet zum ersten Mal wieder ein Neusser Ritterturnier statt – auch wenn die Wettkämpfe weniger gefährlich sein werden.
Am Samstag und Sonntag, 2. und 3. April, treffen Ritter aus Deutschland, Belgien, Holland und Frankreich am Rennbahn-Park aufeinander. Für Atmosphäre sorgen auch ein mittelalterlicher Markt, Gaukler, Narren und die Spielleute "Reliquiae".
Zweimal am Tag tragen dann die Ritter Turniere aus, der Gesamtsieger steht am Sonntag fest. Bei den Wettkämpfen müssen die Reiter zunächst Geschicklichkeitsübungen absolvieren – von "Sauhatz" über "Ringe stechen" bis zum "Ritt gegen den Eisernen Roland". Die Besten qualifizieren sich für die Königsdisziplin, den "Tjost": Zwei Ritter mit Lanzen reiten aufeinander zu und versuchen, den Gegner aus dem Sattel zu heben. "Dabei geht es zur Sache, ohne dass es gefährlich ist", sagt der Turnierherold Heinrich von Torgowe. Ritter Willi Mangels aus Belgien pflichtet ihm bei: "Die Lanzen im 21. Jahrhundert sind stumpf und leicht zerbrechlich. Außerdem tragen wir unter den Rüstungen Protektoren, um Stürze abzumildern", sagt er und hofft trotzdem auf den Schutzpatron: "Wir sind ja in der Stadt mit dem Quirinus-Münster. Und der Namensgeber ist schließlich Schutzpatron aller Reiter, Ritter und Pferde!"
Das Gelände öffnet Samstag und Sonntag um 11 Uhr. Die Turniere finden um 14 und 17 Uhr statt. Eintritt: Für Erwachsene neun und für Kinder fünf Euro (im Vorschulalter frei). Familienkarten kosten 23 Euro, Alleinerziehende zahlen 14 Euro.
Verlosung: Es gibt fünf Familienkarten zu gewinnen. Um teilzunehmen, schicken Sie bis heute 15.30 Uhr eine E-Mail an aktion@ngz-online.de mit dem Stichwort "Ritterturnier".
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