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Neuss: "Römer-Funde nicht zuschütten"

zuletzt aktualisiert: 18.01.2010 - 21:38

Neuss (NGZO). Karl Heinz Baum (CDU) und Hartmut Rohmer (SPD) fordern von der Verwaltung Gestaltungsvorschläge für den Romaneum-Vorplatz. Die Funde sollen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Um sie geht es: Die 2003 freigelegte römische Herberge, Mansio, soll auf dem Vorplatz des Romaneum sichtbar erhalten bleiben.  NGZ-FArchjivoto: woi Foto: NGZ
Um sie geht es: Die 2003 freigelegte römische Herberge, Mansio, soll auf dem Vorplatz des Romaneum sichtbar erhalten bleiben. NGZ-FArchjivoto: woi Foto: NGZ

Die Verwaltung soll neue Vorschläge vorlegen, wie mit archäologischen Funden auf dem Ex-Busbahnhof umgegangen werden kann. Das heißt...

Hartmut Rohmer ...dass der ursprüngliche Prüfauftrag des Rates nicht erfüllt worden ist. Der Rat hatte gefordert, ich zitiere, "zu untersuchen, inwieweit die römischen Funde im Platzbereich im Pflaster dargestellt und soweit wie möglich auf ihrem historischen Niveau unterhalb der Platzebene erlebbar und zugänglich gemacht werden kann".

Alle sind sich einig, dass die wesentlichen Funde gezeigt werden sollen. Zuletzt hat die Politik den konträren Verwaltungsideen nicht widersprochen.

Info

Geld für Planung

Die CDU will in den neuen Haushalt 10 000 Euro einstellen, damit auswärtige Experten an der Platzgestaltung vor dem Romaneum beteiligt werden können. CDU und SPD suchen nach Lösungen, damit die herausragenden römischen Funde nicht wieder zugeschüttet werden.

Karl Heinz Baum Das stimmt so nicht. Im Planungsausschuss haben wir festgestellt, dass gleich fünf Tagesordnungspunkte zusammenhängen und etwas mit der Umfeldgestaltung des Romaneums zu tun haben. Daher wurde zu diesem Themenkomplex eine Sondersitzung von Planungs- und Kulturausschuss beschlossen.

Rohmer Im Kulturausschuss haben sich für uns eine Reihe von Fragen ergeben, daher haben wir Beratungsbedarf angemeldet.

Wie bewerten Sie die Haltung der Verwaltung?

Baum Deren Vorschläge müssen eingehend diskutiert werden. Daher machen wir jetzt auch den gemeinsamen Vorstoß, weil wir in der Tat den Eindruck haben, dass im wahrsten Sinne des Wortes ein bedeutsames Baudenkmal aus der römischen Vergangenheit der Stadt wieder zugeschüttet werden soll.

Wird dort nach einer möglichst kostengünstigen Lösung gesucht?

Baum Ich glaube, dass es so ist. Ich bin auch skeptisch, dass es wirklich so ist, dass diese Vorschläge mit den Heimatfreunden abgestimmt worden sind. Das werde ich überprüfen.

Rohmer Das sehe ich auch so. Natürlich müssen wir die Finanzen beachten. Die Frage ist, ob wir nach einer erfolgten Platzgestaltung zu einem späteren Zeitpunkt an die römische Herberge wieder herankommen, wenn die finanzielle Lage eine Sichtbarmachung oder Zugänglichkeit erlaubt. Wenn das möglich ist, kann ich mir vorstellen, dass wir wegen der finanziellen Situation ein solches Projekt zurückstellen. Wir wollen, dass Alternativen und Kosten aufgezeigt werden.

Sie haben sich zusammengesetzt, weil Ihnen nicht gefällt, was Sie gesehen haben. Was wollen Sie erreichen?

Baum Funde müssen nicht nur freigelegt, sondern auch vor Umwelteinflüssen geschützt werden. Das "Wie" soll uns die Verwaltung sagen. Wichtig ist mir, dass der Platzcharakter erhalten bleibt.

Rohmer Wir haben ein Denkmalschutzgesetz NRW. Dort heißt es unter anderem: Denkmäler "sollen der Öffentlichkeit im Rahmen des Zumutbaren zugänglich gemacht werden." Um nichts anderes geht es bei dem gemeinsamen Vorstoß.

Ist es sinnvoll, auswärtige Experten einzubinden?

Rohmer Wir wollen zur Infoveranstaltung für den Rat Vertreter des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege hinzuziehen. Eine solche Bitte richten Karl Heinz Baum und ich an die Planungsverwaltung.

Helga Bittner und Klaus D. Schumilas führten das Gespräch.

Quelle: RP

 
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