Neuss (NGZ). Norf Die Lage war lange unübersichtlich. Auch als gegen 16 Uhr die Feuerwehr abrückte, stand noch nicht fest, was Dienstag Morgen gegen 8.40 Uhr zu dem Arbeitsunfall in einem Labor an der Mainstraße geführt hatte.
Geklärt sind nur die Folgen: Elf Personen wurden mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.
Die Mainstraße und das Betriebsumfeld lange großräumig abgesperrt, das Gebäude geräumt und der Laborbereich durch das Staatliche Amt für Arbeitsschutz aus Mönchengladbach für Untersuchungen bis auf weiteres gesperrt.
Hubert von Grabczewski, der in dem Gebäude mit dem Verband wassergeschädigter Haus- und Grundeigentümer ansässig ist, konnte Dienstag früh seinen Arbeitsplatz nicht erreichen.
Er wurde an der Absperrung aufgehalten, wo das Gerücht von einer Explosion verbreitet wurde.
Technologiezentrum
Das Labor, in dem es am Dienstag zu einem Arbeitsunfall mit elf Leichtverletzten
kam, ist nur einer der Mieter im Haus Mainstraße 85, dem Handels- und Technologiezentrum
der Stadt Neuss.
Außerdem sind dort die Lebenshilfe, der Verband der wassergeschädigten
Haus- und Grundeigentümer und das Studienseminar für die Lehrerausbildung untergebracht.
Doch es war weder etwas explodiert, noch war ein Feuer ausgebrochen. Trotzdem waren Polizei und Rettungsdienste vorsichtig.
Grabczewski: „Nach eineinhalb Stunden durften wir das Gebäude wieder betreten, doch schon 15 Minuten später schellte die Polizei an und räumte das Gebäude.“
Konsequenz aus einer Situation, die Joachim Elblinger, Einsatzleiter der Feuerwehr vor Ort, als völlig unübersichtlich beschrieb.
Ausgelöst wurde der Einsatz, als drei Labormitarbeiter Vergiftungserscheinungen zeigten.
Da wusste man in der Firma, die auf die Herstellung chemischer Präparate spezialisiert ist, dass der angelaufene routinemäßige Arbeitsablauf außer Kontrolle geraten war.
Ein Gemisch, das Haut und Atemwege reizen kann, wurde dabei freigesetzt.
Um welchen Stoff es sich im Detail handelt, stand Dienstag Abend noch nicht fest.
Selbst der um Unterstützung gebetene Messtrupp der Bayer-Werksfeuerwehr und die Mitarbeiter der eingeschalteten Fachbehörde - Landesumweltamt, Staatliches Amt für Umweltschutz Krefeld, Staatliches Amt für Arbeitsschutz - konnten diesen Punkt nicht klären.
Das wird Gegenstand der Nacharbeiten sein, erklärte Gabriele Nabbefeld als Dezernatsleiterin für Arbeitsstätten bei der Arbeitsschutzbehörde. Und die könnten sich über Tage, vielleicht Wochen hinziehen.
Eine Gefahr für die Bevölkerung konnte die Feuerwehr aber von Anfang an ausschließen.
Die Unfallfolgen blieben auf die Laborräume begrenzt, die Sicherungstechniken funktionierten.
Zu den drei Labormitarbeitern, die unmittelbar mit dem Stoff in Berührung gekommen waren, kamen im Laufe des Vormittags sechs weitere, die über Symptome wie Übelkeit klagten.
Sie wurden vom Notarzt vorsorglich ins Krankenhaus geschickt. Dort landeten auch zwei Mitarbeiter der Rettungskräfte.
Die meisten Verletzten wurden noch am Tag wieder entlassen.
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