Neuss (NGZ). Vor 50 Jahren wurde Hans Dieter Schelauske in Köln zum Priester geweiht, der langjährige Oberpfarrer an St. Quirin. Die Jubiläumsfeier muss nachgeholt werden. Schelauske erholt sich im Krankenhaus von einer Operation.
Seine erste Messe hat er noch nach dem alten Ritus gelesen. Das II. Vatikanische Konzil, das erst den Altar drehte, so dass der Priester den Gläubigen zugewandt zelebrierte, hatte noch nicht begonnen. Morgen vor 50 Jahren weihte Weihbischof Wilhelm Cleven den damals 25-jährigen Diakon Hans Dieter Schelauske im Kölner Dom zum Priester. Da ahnte niemand, dass Schelauske später in der Neusser Heimat des damaligen Kölner Erzbischofs Josef Kardinal Frings sein Lebenswerk aufbauen sollte.
26 Jahre war er prägender Oberpfarrer an St. Quirin (1980 bis 2006), Manager seiner Kirche, Stimme der Katholiken, Bauherr der Münsterrenovierung. Aber vor allem war er Seelsorger. Wenn Neunjährige im Religionsunterricht das Pausenklingeln nicht zum Sturm auf die Flure nutzen, so hat der Münsterpfarrer einmal erklärt, dann sei er "so richtig glücklich, dass ich auch Kinder so fesseln kann."
Monsignore Schelauske
Geboren 27. Juli 1936
Studium Philosophie, Pädagogik und Theologie in Bonn, München und Köln
Priesterweihe 1962 in Köln
Stationen Kaplan in Köln-Niehl, anschließend Aufgaben im Generalvikariat der Erzdiözese Köln; 1976 bis 1978 zusätzlich Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz in Rundfunk und Fernsehen; 1973 Päpstlicher Kaplan (Monsignore) Oberpfarrer an St. Quirin.
Sein Goldjubiläum kann Hans Dieter Schelauske heute nur bescheiden feiern. Aschermittwoch, ein Fast- und Abstinenztag, verbietet das – und sein aktueller Gesundheitszustand ebenso. Er erholt sich im Johanna-Etienne-Krankenhaus von einer Operation, ein weiterer Eingriff wartet noch auf ihn. "Ich schaue optimistisch in die Zukunft", versichert er. Das Fest zum Goldjubiläum mit Messen und Empfang will er aber nachholen.
Schelauske, 1936 in Siegburg geboren, hat sich nach eigenen Worten seit 1980 "redlich bemüht, ein Neusser zu werden und ein Neusser zu sein." Darum ging für ihn am Ende seiner Dienstzeit ein Herzenswunsch in Erfüllung, als er mit dem Eintritt in den Ruhestand in Neuss bleiben konnte, "der Stadt, die ich liebe". Seit 2007 wirkt er als Subsidiar im Seelsorgebereich Neuss-West/Korschenbroich und wohnt im Pfarrhaus von St. Hubertus. Neuss und die Neusser sind ihm ans Herz gewachsen. Das schützt beide aber nicht vor seiner Kritik. Da ist er dem Vater gleich, der seine Kinder liebt, aber niemals beliebig ist. So gab Schelauske der katholischen Kirche über Jahre hinweg in Neuss eine Stimme.
Wer sein Lebenswerk an St. Quirin skizziert, wird Dreierlei mit dem Namen Schelauske verbinden. Erstens ist da der wortgewaltige Prediger. Sechs Stunden reservierte er Woche für Woche, um seine Sonntagspredigt vorzubereiten. Zweitens wird die rund 20 Jahre währende Münsterrenovierung mit ihm als Bauherren verbunden bleiben. Drittens bleibt die Erinnerung an einen Seelsorger, der mit seiner Gemeinde lebte, für seine Überzeugungen stritt und unendlich viel Lebensfreude und Humor ausstrahlen kann: "Auf dem Weg zu Gott darf man auch fröhlich pfeifen."
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