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Neuss: Schiff baggert Sporthafen aus

VON HANNA KOCH - zuletzt aktualisiert: 04.02.2012

Neuss (NGZ). In den kommenden zwei Wochen soll der Sporthafen ausgebaggert werden. Am Freitag ist das Kranschiff eingefahren, das den Schlamm am Hafengrund entfernen soll. Zur Wassersportsaison soll das Wasser wieder tief genug sein.

30 Meter lang ist das Kranschiff, dass seit gestern im Neusser Sporthafen vor Anker liegt.  Foto:  woitschützke
30 Meter lang ist das Kranschiff, dass seit gestern im Neusser Sporthafen vor Anker liegt. Foto: woitschützke

Noch liegt das 30 Meter große Schiff nur vor Anker im Sporthafen in Grimlinghausen. Die Baggerarbeiten im Hafen sollen am Montag beginnen. Bauleiter Christoph Woywod, der für die Firma Hülskens Wasserbau aus Wesel die Arbeiten überwacht, ist erst einmal froh, dass das Schiff nun endlich in Neuss eingetroffen ist. Eigentlich war es schon am Donnerstag in Grimlinghausen erwartet worden, musste aber wegen eines Ruderschadens in Krefeld Station machen. Nun aber soll das Warten, dass schon seit dem vergangenen Herbst dauert, endlich ein Ende haben: "In zwei Wochen sind wir mit dem Baggern durch", schätzt Woywod, der sich gestern mit Vertretern des Sportamts zu einer ersten Lagebesprechung traf.

Info

Das Projekt

Kosten 500 000 Euro stellt die Stadt für das Projekt bereit.

Nutzen Das Wasser im Hafen soll wieder tief genug sein – allerdings auf Zeit: Denn durch das Material, das der Rhein in den Hafen schwemmt, kommt der Schlamm immer wieder. Alle fünf Jahre müsse ausgebaggert werden, schätzt Bauleiter Christoph Woywod.

Tonnenweise Schlamm abtragen

1000 Tonnen Schlamm soll das Kranschiff pro Tag abtragen, das Gesamtvolumen der erdigen Masse belaufe sich auf rund 8000 Tonnen. Den Schlamm erklärt Woywod mit Material, das der Rhein ins Hafenbecken spüle, etwa bei Hochwasser. "Auch dass die Ränder des Hafens stark bewaldet sind, trägt zur Verschlammung bei", sagt der Bauleiter. Denn Blätter und Äste fallen ins Wasser – und setzen sich dort am Grund ab.

Dieses Problem wird derzeit zumindest teilweise gelöst, denn die Stadt führt parallel zu den Baggerarbeiten auch eine Baumfällaktion am Sporthafen durch. 15 Pappeln sollen weichen, weitere 30 waren schon im Vorjahr gefällt worden – allerdings nicht wegen der Schlamm-Gefahr, sondern wegen mangelnder Standsicherheit.

Das Baggerschiff soll das Hafenbecken auf eine Wassertiefe von 4,20 Metern bringen, ein Meter Grund wird dazu abgebaggert. Von großen Hindernissen geht Woywod, der die Bauarbeiten schon einmal wegen eines zu niedrigen Wasserstandes hatte verschieben müssen, nicht aus: "Selbst wenn sich eine Eisschicht auf dem Wasser bildet, kann dies vom Bagger aufgebrochen werden", sagt der Bauleiter, der auf dem Schiff drei Mitarbeiter beaufsichtigt, die für das Ausbaggern zuständig sind.

Damit der dadurch gewonnene Schlamm abtransportiert werden kann, fährt am Montag ein zweites Schiff gen Grimlinghausen. Ein "Klappschute" genanntes offenes Boot mit aufklappbarem Boden wird das Material aufnehmen und den Rhein hinauf befördern, um damit an den Seiten des Flusses Löcher in ehemaligen Kiesgruben zu füllen. So wird der Schlamm, der viele Wassersportler im vergangenen Jahr am Auslaufen hinderte, einen guten Zweck erfüllen: Er dient der Renaturierung der Rheinauen.

Quelle: NGZ


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