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Neuss: Schirmers Landschaften

VON HELGA BITTNER - zuletzt aktualisiert: 22.04.2010 - 21:47

Neuss (NGZ). Die vor über 50 Jahren vom Clemens-Sels-Museum angekauften Skizzenbücher mit 120 Blättern des Malers Johann Wilhelm Schirmer wurden für die Ausstellung "Die weite Ferne so nah" in der Reihenfolge rekonstruiert.

Johann Wilhelms Schirmers Blick auf Vaison-la-Romaine 1851 in Frankreich.  Repro: CSM Foto: NGZ
Johann Wilhelms Schirmers Blick auf Vaison-la-Romaine 1851 in Frankreich. Repro: CSM Foto: NGZ

Seit über 50 Jahren gehören sie zum Bestand des Clemens-Sels-Museum, wurden aber als Konvolut nur angekauft, weil es nicht anders ging. Denn eigentlich waren es vor allem zwei Skizzen des Malers Johann Wilhelm Schirmer, die die Aufmerksamkeit der damaligen Museumsdirektorin Irmgard Feldhaus erregt hatten. Sie zeigten das Obertor und das längst aus dem Stadtbild verschwundene Zolltor, sollten natürlich nach Neuss, aber die Besitzerin Lisel Schirmer, die einzige Enkelin des Künstlers und Mitbegründers der Düsseldorfer Malerschule, wollte die Blätter nur zusammen mit den übrigen 118 abgeben.

So fand das Konvolut mit Zeichnungen und Aquarellen denn seinen Weg ins Sels-Museum, machte das Haus zu dem mit der drittgrößten Sammlung von Schirmer-Arbeiten in der Bundesrepublik und jetzt zum wichtigen Partner des mehrere Museen einbindenden Ausstellungsprojektes "Johann Wilhelm Schirmer – Vom Rheinland in die Welt". Dass die Sammlung mit den insgesamt 120 Blättern zusammenblieb, ist auch der Hartnäckigkeit der Enkelin des Künstlers zu verdanken. "Sie hat gemacht, was schon ihrem Großvater wichtig war", erklärt die Museumschefin Uta Husmeier-Schirlitz, die zugleich auch die Kuratorin der Neusser Schirmer-Schau mit dem Titel "Die weite Ferne so nah" ist. Auch der Maler habe darauf geachtet, dass diese Skizzen von seinen Reisen zusammenblieben, "was auch dokumentiert, wie wichtig ihm diese Reiseskizzen gewesen sind".

Info

Die Ausstellung

Eröffnung Die Ausstellung im Sels-Museum (Am Obertor) wird mit Kurzführungen am Sonntag, 25. April, um 11.30 Uhr eröffnet.

Dauer Sie läuft bis zum 1. August.

Partnerausstellung Ab Samstag zu sehen: "Ein bläulich silbriger Duft der Ferne – Schirmer in Italien", Museum Kunstpalast in Düsseldorf, Ehrenhof.

Die Blätter umfassen die Arbeit von rund 30 Jahren, in denen Schirmer durch das Rheinland, in den Schwarzwald, in die Schweiz, nach Italien und nach Frankreich reiste. Eine Landkarte mit der Route und Abbildungen der Zeichnungen und Gemälde, die dabei entstanden, markieren in der Ausstellung den visuellen Beginn durch Schirmers Welt; vom RLT-Schauspieler Raik Singer gesprochene Auszüge aus seinen Tagebücher und Briefen geben an Hörstationen auf authentische Weise Schirmers persönliche Eindrücke von Landschaft und Menschen wieder.

Die Vorbereitung für die umfangreiche, sehr klar aufgebaute Schau hat zudem für das Museum zu einem zweiten bemerkenswerten Ereignis geführt: Zum ersten Mal sind alle Blätter der Neusser Sammlung bis ins Detail untersucht und im Gesamtkatalog zu dem Ausstellungsprojekt (29,90 Euro im Museum) aufgelistet und erläutert. Während die Reihenfolge der Blätter weitgehend rekonstruiert werden konnte – "die Skizzenbücher kamen auseinandergerissen ins Museum", sagt Husmeier-Schirlitz –, ist nach heutigem Stand der Forschung aber nicht auszuschließen, dass dabei noch Blätter fehlen.

Quelle: NGZ


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