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Neuss: Schlechte Chancen für Senioren

zuletzt aktualisiert: 15.09.2010

Neuss (NGZ). Senioren haben wenig Möglichkeiten, in den eigenen vier Wänden alt zu werden – im Rhein-Kreis Neuss droht eine "graue Wohnungsnot": Bereits in 15 Jahren werden im Rhein-Kreis Neuss 11 860 altengerechte Wohnungen benötigt. Das geht aus einer aktuellen Regional-Untersuchung zur "Wohnsituation im Alter" hervor. Damit haben Verbände der Bau- und Immobilienwirtschaft gemeinsam mit der IG BAU erstmals den Wohnbedarf älterer Menschen für die Kommunen in Deutschland ermittelt. Die vom "Pestel-Institut" vorgenommene Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass es im Rhein-Kreis einen enormen Bedarf an seniorengerechten Wohnungen gibt. Das bedeute neben dem Sanieren auch den Neubau von altengerechten Wohnungen. Denn ein Teil der Altbausubstanz lasse sich nicht mehr wirtschaftlich barrierearm umbauen: ohne Stufen oder Aufzug in Wohnung oder Haus.

Das Pestel-Institut hat errechnet, dass es 2025 im Rhein-Kreis fast 28 Prozent mehr Haushalte mit einem über-70-Jährigen geben wird als heute. Wenn man davon ausgehe, dass nur jeder Fünfte der dann 59 300 Senioren-Haushalte auf eine Wohnung ohne Barrieren angewiesen sei, müsse dringend saniert und neu gebaut werden – mit Türen, durch die ein Rollator oder Rollstuhl passt, und schwellenfreien Duschen. "Es kann nicht sein, dass ältere Menschen ins Heim müssen, weil sie keine altengerecht ausgebaute Wohnung haben", sagt Matthias Günther vom Pestel-Institut. Dieses Szenario lässt Stefan Pfitzer, Planungsdezernent der Stadt, für Neuss so nicht gelten. Er verweist auf die Anstrengungen, die seit Jahren unternommen werden und die Vielzahl der zum Beispiel durch die städtische Tochter Neusser Bauverein entstandenen seniorengerechten Wohnungen.

Quelle: NGZ


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