Neuss (NGZ). An 19 Schulstandorten wird zurzeit gebaut und saniert. Um den Sanierungsstau zu verringern, stehen in den Sommerferien 3,9 Millionen Euro zur Verfügung. In diesem Jahr insgesamt 18 Millionen Euro.
Neuss Während Schüler und Lehrer die Ferien genießen, wird an den Neusser Schulen kräftig gearbeitet. Der Zustand war und ist an Einrichtungen so schlecht, dass mit Hochdruck gebaut, saniert und renoviert werden muss.
Allein die in den Sommerferien angelaufenen Maßnahmen haben ein Auftragsvolumen von 3,9 Millionen Euro. Nimmt man die Arbeiten zur Einführung der Offenen Ganztagsgrundschule (OGS) hinzu, werden weitere 1,3 Millionen Euro verbaut.
Das Ziel formuliert Schuldezernentin Dr. Christiane Zangs: „In drei Jahren sind alle Grundschulen so weit in Ordnung.“ Auf den 25 Grundschulen liegt seit Jahren ein Schwerpunkt bei den Sanierungsarbeiten.
Weil die Stadt Neuss die Einführung der OGS stark forciert - zum neuen Schuljahr haben alle Grundschulen diese Betreuungsform im Angebot -, hat sie gewissermaßen in einem Komplett-Paket alle Problemfelder auf einmal angepackt: Sanierung, Brandschutz, wichtige Renovierung und schließlich Umbau zur OGS.
Keine OGS-Förderung
Schuldezernentin Dr. Christiane Zangs bestätigte, dass das Schulministerium wohl keine Finanzmittel mehr für die Einführung der OGS zur Verfügung stellt. Für Neuss bedeutet dies Ausfälle von 800 000 Euro, die für die Barbaraschule, Schule am Wildpark und Herbert-Karrenberg-Schule vorgesehen waren, und die sie nun selbst tragen muss.
Zu diesem Artikel erscheinen in der NGZ vom Freitag ein Porträt über Gudrun Merker und ein Zur Sache mit dem Titel: "Paradox".
Rücken die Handwerker einmal an, dann wird alles gemacht - auch während des Unterrichts. So wird verhindert, dass eine Schule über Jahre zur Baustelle wird. „Alles in Absprache mit den Schulleitern“, so Zangs, „das hat sich bewährt.“ Zurzeit wird an 19 Schulen im Stadtgebiet parallel gearbeitet.
Bis der riesige Sanierungsstau deutlich verringert ist, werden noch drei bis fünf Jahre vergehen, schätzen die Rathaus-Experten. Erfolge sind sichtbar: „Die Richard-Schirrmann-Schule und die Albert-Schweitzer-Schule sind nahezu fertig gestellt“, so Zangs.
Die neben der Realschule Südstadt (440 000 Euro) mit Abstand größte Baustelle ist die Janusz-Korczak-Gesamtschule. Und das wird sie auch noch einige Zeit bleiben. Dort sind umfangreiche, schwierige Betonsanierungen notwendig. Weil aufgrund der Gebäudesituation der Brandschutz nicht wie gewohnt realisiert werden kann, wird dort eine Brandmeldeanlage mit direkter Weiterschaltung zur Neusser Feuerwehr installiert.
Das Auftragsvolumen für beide Schulgebäude der Gesamtschule beträgt für die Sommerferien fast 1,6 Millionen Euro. Obwohl das städtische Gebäudemanagement viel Geld zur Verfügung stellt - 18 Millionen Euro für 2007 - können Arbeiten nicht beginnen, weil es an Handwerkern fehlt.
„Angesichts des Baubooms bekommen wir mitunter kaum Angebote“, sagt Heinz Leuders, Leiter des Technischen Gebäudemanagements. So verzögern sich die Arbeiten an der St.-Konrad-Schule, weil es für einen Auftrag im Sanitär- und Heizungsbereich nur ein Angebot gab. Zu wenig. Das Verfahren muss neu gestartet werden und das bedeutet eine Verzögerung von einem Monat.
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